Bücher und Materialien zu Therapierverfahren

Hier haben wir alle rezensierten Materialien zu verschiedenen Therapieverfahren zusammengestellt.

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Eric Hebgen: Viszeralosteopathie

Grundlagen und Techniken; Haug Verlag, Stuttgart 2014; 5., überarbeitete Auflage, 216 Seiten, gebunden; ISBN: 9783830477525, 79.99 Euro

Verlagsinfo:

Viszeralosteopathie auf einen Blick: die Behandlungskonzepte von Barral, Chapman, Kuchera, Finet und Williame für die tägliche Praxis.
Lassen Sie sich von dem Erfahrungswissen des Autors in Ihrem praktischen Vorgehen anleiten: Der Überblick über die bewährten Untersuchungs- und Behandlungstechniken der viszeralen Osteopathie bietet eine gute Hilfestellung für den Praxisalltag. Nutzen Sie auch die praxisrelevanten Tipps aus den Organkapiteln für Ihre Behandlung. Zahlreiche Fotos illustrieren die Techniken und zeigen Ihnen die richtige Ausführung. Bewährte Techniken der viszeralen Osteopathie - klar strukturiert und direkt umsetzbar!

Rezension:

Nimmt man das Buch zur Hand, fällt auf, dass sich die 5.Auflage als noch benutzerfreundlicher erweist als die vorangegangenen Auflagen – auch durch die Verwendung von qualitativ hochwertigem, aber dünnerem Papier –
dadurch wesentlich leichter im Gewicht.

Ansprechend sind die klug gestalteten (und teilweise neu hinzugenommenen) farbigen Photos (bisher nur in schwarz-weiß).
Positiv erscheint darüber hinaus die übersichtliche, farbliche gestaltete Gliederung, die eine schnellere Auffindbarkeit der einzelnen Kapitel ermöglicht und das Thema auch visuell eindrucksvoll gliedert.
Didaktisch sinnvoll sind die farblich herausgehobenen Merkhinweise, die den LeserInnen helfen, zwischen wichtig und sehr wichtig zu unterscheiden.
Förderlich für das fundierte Verständnis der Viszeralen Therapie sind zudem neu hinzugefügte Abbildungen und Darstellungen.
Ebenso erweist sich die Hinzunahme der Faszialen Behandlungstechniken nach Finet und Williame als ein wichtiger Aspekt für das tiefere und breitere Verstehen spezieller Themen.

Ich kann dieses Werk für den Einsteig in die Viszerale Osteopathie wärmstens empfehlen.

HP Annett Kné

Thomas Fuchs, Mathias Berger (Hrsg.): Affektive Störungen.

Klinik - Therapie - Perspektiven
2013. 224 Seiten, 17 Abb., gebunden; Schattauer-Verlag
ISBN: 978-3-7945-2770-0 (Print) 978-3-7945-6596-2 (eBook PDF) € 39,99

 

Verlagsinfo (Auszug):

Depressionen und Manien stellen die häufigsten psychischen Erkrankungen dar und nehmen in den westlichen Gesellschaften noch zu.

Sie manifestieren sich in Veränderungen von Stimmung, Affekt, Motivation und Antrieb sowie Denken und Wahrnehmung. Über diese Symptome hinaus ist auch die gesamte Lebenssituation und -orientierung der Patienten betroffen. Die adäquate Diagnose und Behandlung der Erkrankungen erfordert daher in besonderem Maß ein Wissen von den Wechselwirkungen biologischer, psychischer und soziokultureller Prozesse.
Der Band vereint Beiträge zu diesen vielfältigen Perspektiven der Psychiatrie auf affektive Störungen. Er spannt einen Bogen von der Psychopathologie über epidemiologische, klinische und therapeutische Aspekte bis zur kulturellen Dimension der Erkrankungen. Damit richtet er sich nicht nur an Psychiater und Psychologen, sondern auch an alle helfenden Berufe und an interessierte oder selbst von affektiven Erkrankungen betroffene Leser.

 

Rezension:


Das Buch versammelt die aktualisierten Beiträge eines Heidelberger Kongresses im Jahr 2010 zu verschiedenen Blickwinkeln der Psychiatrie auf affektive Störungen (depressive Episoden, manische Episoden, bipolare Störungen, Melancholie usw.). Anlass des Kongresses war die Emeritierung von Prof. Dr. med. Christoph Mundt, Lehrstuhlinhaber und langjähriger Leiter der Heidelberger Psychiatrischen Universitätsklinik. Das Buch umfasst Beiträge zur Psychopathologie, zur Klinik, zum Altersbezug sowie zu kulturellen Aspekten affektiver Störungen. Zielgruppe sind - aus Sicht des Rezensenten - wissenschaftlich und klinisch tätige Psychiater und Psychologen, die eine Offenheit für antropologische, sozialpsychologische, juristische und literarische Perspektiven mitbringen. Diese Offenheit wird belohnt mit einer Vielzahl an wissenschaftlich fundierten Modellen und Erklärungen zur individuellen Genese und gesellschaftlichen Ausbreitung affektiver Störungen. Als ein Dreh- und Angelpunkt zur Ergründung affektiver Störungen wird Hubertus Tellenbachs "Typus Melancholicus"
angeführt, eine prämorbide Persönlichkeit, die sich durch Ordentlichkeit, Perfektionismus, Leistungsstreben, Selbstabwertung und fehlende Autonomie (stattdessen ein Streben nach Harmonie und Identifikation mit Menschen und Organisationen) auszeichnet. Werden dem "Typus Melancholicus" narzisstische und ängstliche Persönlichkeiten gegenüber gestellt, ergeben sich unterschiedliche Ansatzpunkte und Strategien zur Behandlung entsprechend vorbelasteter Patienten.

Andere Buchkapitel greifen die Aspekte der Verzweiflung und der Verbitterung für die Entstehung einer Depression sowie kognitive Verarbeitungsstile für die Entstehung und Aufrechterhaltung wahnhaften Erlebtens auf. Alle drei Erklärungsansätze sind wissenschaftlich befruchtend und für den therapeutischen Alltag von großem Nutzen. Der Buchabschnitt "Kulturelle Aspekte" bietet unter anderem eine Erklärung der Depression und Manie als "Störungen mit verändertem Zeitempfinden".
Dieser Erklärungsversuch eignet sich nicht nur als Aufhänger therapeutischer Arbeit, sondern auch als Basis für eine zeitgenössische Zivilisationskritik. Ein Beitrag zu körperlichen Symptomen bei affektiven Störungen lässt es lohnenswert erscheinen, systematisch zu untersuchen, wie sich psychische und somatische Symptome bei Patienten mit affektiven Störungen vom Säuglings- und Vorschulalter bis zum Erwachsenenalter schrittweise ausbreiten und vertiefen.

Fazit: Die Herausgeber haben im vorliegenden Buch viele kreative Zugänge zum Verständnis und zur Behandlung affektiver Störungen zusammengetragen. Die einzelnen Beiträge stellen eine Fundgrube für wissenschaftlich und klinisch tätige Psychiater und Psychologen dar.
Dass in der vorliegenden Rezension lediglich eine Auswahl an Beiträgen zur Sprache kommt, ist der Begeisterung des Rezensenten für Themen und Erklärungsmodelle geschuldet, die sich merklich vom therapeutischen "Mainstream" abheben. Es verbleiben weitere spannende Erörterungen, die der geneigte Leser seinerseits für sich entdecken möge. Mit dem Kongressband werden Grundzüge eines modernen psychiatrischen Verständnisses affektiver Störungen sichtbar. Eine weitergehende Vertiefung und Verknüpfung der einzelnen Beiträge hin zu einem integrierten Verständnis affektiver Störungen erscheint unbedingt lohnenswert.

HP Markus Werthebach

Hausteiner-Wiehle u.a.: Umgang mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden.

Constanze Hausteiner-Wiehle, Peter Henningsen, Winfried Häuser, Markus Herrmann, Joram Ronel, Heribert Sattel, Rainer Schäfert:
Umgang mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden.
S3-Leitlinie mit Quellentexten, Praxismaterialien und Patientenleitlinie
2013. 342 Seiten, 7 Abb., 24 Tab., kart., Schattauer-Verlag; ISBN: 978-3-7945-2908-7 (Print) 978-3-7945-6739-3 (eBook PDF), € 39,99

 

Verlagsinfo (Auszug):

Somatisch nicht hinreichend erklärte Körperbeschwerden sind der Anlass für rund 20% aller Arztbesuche. Je nach Schwere des Verlaufs und je nach fachlichem Hintergrund des Behandlers werden sie als „nicht-spezifisch“, „funktionell“ oder „somatoform“ bezeichnet. Diese Parallelklassifikation birgt die Gefahr einer „Scheuklappendiagnostik“, bei der einerseits harmlose Befindlichkeitsstörungen vorschnell „medikalisiert“, andererseits komplizierte Verläufe rein organbezogen als „funktionelle Syndrome“ behandelt werden. Nur ein Blick auf die Gemeinsamkeiten der vielen verschiedenen Manifestationsformen, die Formulierung klinischer Kriterien für „leichtere“ und „schwerere“ Verläufe und eine entsprechend schweregradgestufte Behandlung können die derzeit für Patienten und Behandler unbefriedigende Versorgungssituation verbessern.

Rezension:

Im Selbstverständnis der Autoren ist das Buch ein Referenzwerk. Es soll eine Handlungsleitlinie für den Umgang des Hausarztes (!) mit Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden (z.B. Fibromyalgie, Reizdarm) sein. Es ist argumentativ und inhaltlich auf die Rolle des Hausarztes zugeschnitten. Aber auch für Praxismanager und Qualitätsmanagementbeauftragte in Praxen und Kliniken kann das Angebot der im Buch enthaltenen Materialien von Nutzen sein. Inhaltlich kann das Buch die Anamneseführung und den diagnostischen Prozess von der Kontaktaufnahme zur Behandlung unterstützen. Die Autoren sprechen selbst von "übersichtlichen Diagnostik- und Therapiealgorithmen". Im Kern bietet das Buch eine Gesprächshaltung und Erklärungsmodelle, die Patienten nicht stigmatisieren, vor allem aber Argumentationshilfen für den Einsatz geeigneter Antidepressiva und Antikonvulsiva bei Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden. In den von den Autoren rezipierten Studien haben Antidepressiva und Antikonvulsiva die höchsten Effektstärken. Insofern sind viele Empfehlungen auf den Medikamenteneinsatz zugeschnitten. Zum Arzt-Patient-Kontakt, aber auch zu den Patientenrechten gibt es Handreichungen für Patienten. So weit, so gut.

Einige kritische Punkte sind hervorzuheben. Dem eigenen Anspruch eines breiten interdisziplinärer Kontext wird das Buch nur bedingt gerecht.

1. Einige Formulierungen "Wenn Sie hauptsächlich unter Schmerzen leiden (z.B. beim Fibromyalgie-Syndrom), soll ein Behandlungsversuch mit Antidepressiva gemacht werden, und zwar ganz unabhängig davon, ob Sie zusätzlich unter Depressionen leiden oder nicht, denn einige Antidepressiva wirken direkt im Gehirn schmerzlindernd. [...] Antidepressiva machen NICHT abhängig und verändern nicht die Persönlichkeit; sie sollten aber nicht plötzlich abgesetzt werden"
(S.277) werden in Fachkreisen kontrovers bewertet. Der therapeutische Alltag zeugt von Gegenbeispielen in großer Zahl.

2. Was die Auswahl der Therapieverfahren anbelangt, darf das Referenzwerk als "traditionell" eingestuft werden. Neben psychotherapeutischen Standardmethoden und medikamentösen Behandlungen mit Antidepressiva und Antikonvulsiva (Pregabalin) bleiben manualtherapeutische und andere komplementärmedizinische (Homöopathie, traditionell chinesische Medizin u.a.) Behandlungsansätze ausgeblendet.
Vor komplementärmedizischen Behandlungsversuchen werden Hausarzt und Patient wortreich gewarnt. Damit fällt das Buch hinter die Arbeiten von Edzard Ernst (Hrsg.) (2001) und Simon Singh / Edzard Ernst (2009) zurück. Ernst und Singh haben sich die Mühe gemacht, komplementärmedizinische Behandlungsansätze methodenkritisch und in ausgewogener Form darzustellen.

3. Die Autoren begnügen sich mit dem Anreißen therapeutischer Methoden, die sich bei standardisierter Anwendung in kontrollierten Studien als überlegen gezeigt haben (evidenzbasiert). Die Vielschichtigkeit der Verhaltenstherapie (multimodale Therapie von Depressionen und Traumata unter Berücksichtigung von Denkschemata und Ego-States der Patienten), um nur einige Beispiel zu nennen, bleibt ausgeklammert. Hier könnten die Autoren bei der Neuauflage ihres Referenzwerkes inhaltlich "nachlegen", zumal wissenschaftliche Nachweise zu modernen Ansätzen der Verhaltenstherapie bereits verfügbar sind.

HP Markus Werthebach

 

Kurath / Resch: Pädiatrische Notfälle

Sicher handeln, richtig medikamentieren Griffbereit
Mit einem Geleitwort von Wilhelm Müller
Schattauer Verlag; 2014. 264 Seiten, 50 Abb., zahlreiche Tabellen und Dosierungsübersichten, kart.

Verlagsinfo (Auszug):

Keine Angst vor kleinen Notfall-Patienten
Wenn es um Notfall- oder Akutsituationen bei Kindern geht, zählt jede Sekunde. Gerade in dieser emotional sehr belastenden und oft gefürchteten Situation müssen Ärzte einen „kühlen Kopf“ bewahren und rasche Entscheidungen treffen: Welche Vitalfunktionen sind zu prüfen, wie sind die Normwerte definiert, welcher Algorithmus ist anzuwenden und welcher Wirkstoff zu verabreichen? Antworten darauf finden Sie blitzschnell und auf einen Blick in diesem handlichen Kitteltaschen-Begleiter – so knapp wie möglich und so ausführlich wie nötig. Ohne langes Suchen und kompliziertes Errechnen der richtigen Dosierung können Sie Kindern jeder Altersstufe in kritischen Situationen schnell und effektiv helfen.
Empfehlenswert nicht nur für Pädiater, Intensivmediziner und Rettungssanitäter, sondern gerade auch für Ärzte, die nicht täglich mit pädiatrischen Notfällen konfrontiert sind.
Keywords: Pädiatrische Notfälle, Kindernotfälle, Anaphylaxie, Analgesie, Schock, Trauma, Intoxikation, Neugeborenenerstversorgung, Basic Life Support, Advanced Life Support, Newborn Life Support

Rezension:

Der Buchtitel „Pädiatrische Notfälle“ erweckt auch beim HP Interesse. Es gehört ja sicher zu den schlimmsten Vorstellungen, einen „kleinen Patienten“ mit einer lebensbedrohlichen Akutsituation in der Praxis zu haben. Dies kann ja durchaus auch ungeplant passieren – etwa, wenn die Familie in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnt oder sich ein Unfall in Praxisnähe ereignet und die Betroffenen um Hilfe bitten.

Als ich das Buch dann aber in der Hand hielt, war ich zunächst enttäuscht: die Zielgruppe sind ganz klar Ärzte! Denn es geht zu einem großen Teil um die Indikation und Dosierung von Medikamenten, die der HP selbst im Notfall nicht verabreichen darf oder um Maßnahmen (wie etwa Intubation), die der durchschnittliche HP nicht beherrscht, wenn er nicht zugleich Rettungsassistent o.ä. ist.

Ehrlich gesagt habe ich das Buch dann erstmal wieder an die Seite gelegt. Dann jedoch – bei erneuter (und rationalerer) Betrachtung habe ich meine Wertschätzung revidiert. Wenn es dem HP gelingt, die o.g. Aspekte einfach zu überblättern, findet er wirklich zahlreiche wertvolle Anleitungen, die vor allem dadurch bestechen, dass sie als klare Handlungsanweisungen und Algorithmen knapp und überschaubar daherkommen.
So werden beispielsweise im Abschnitt „Fremdkörperaspiration“ kurz und bündig Auslöser, Ausmaß und daraus resultierende Maßnahmen als Stichpunkte angeführt. Das betrifft Kontraindikationen (z.B. Hustenaufforderung vermeiden, Kind nüchtern lassen) und auch einfache angezeigte Ersthelfermaßnahmen (Rückenschläge, Heimlich-Manöver). Teilweise sind diese mit Farbfotos bebildert. Bei den Intoxikationen gibt’s die Notrufnummernliste ebenso dazu wie eine Kurzcharakteristik der typischen Symptome bei verschiedenen Auslösern (z.B. bestimmte Pflanzen oder Haushaltsmittel)- das ist praktisch und für Erstdiagnosen und –maßnahmen hilfreich.

Die Liste der aufgegriffenen Aspekte umfasst eher Häufiges wie Traumen oder Schocksituation bis hin zu Exotischerem wie (gleichwohl nicht unmöglichen) Schlangenbissen.
Im Anhang folgen dann neben Charakteristika der wichtigsten Medikamente (die aber nicht alle verschreibungspflichtig sind!) auch Übersichtstabellen, die erläutern, was der „Nicht-Pädiater“ selten auf dem Schirm hat: Referenzwerte für Herzfrequenzen, Blutdruckwerte, Atemfrequenz etc. bei Kindern von der Geburt bis zum Alter von 15 Jahren.
Fazit: Das Büchlein mit dem stabilen Einband und dem handlichen Format (knapp DinA5) spricht nicht primär den HP an. Für den (Kinder-)Arzt ist es ganz sicher toll, für den HP, der viele Kinder in der Praxis hat, aber ganz sicher auch ein Medium, was das Angstthema „Pädiatrische Notfälle“ greif- und händelbarer macht.

Jürgen Sengebusch

Huber / Michalsen: Checkliste Komplementärmedizin

Haug Verlag, Stuttgart; 2014  800 S. , 71 Abb. , Broschiert
ISBN: 9783830473695; 69,99  | Verlagswebsite hier

Verlagsinfo (Auszug):


Die wichtigsten komplementärmedizinischen Verfahren auf den Punkt gebracht - mit klaren Therapiekonzepten und Hinweisen zur wissenschaftlichen Evidenz und zu Lebensstilmodifikationen.
Diese Checkliste bietet eine Auswahl komplementärmedizinischer Methoden, die sich in der täglichen Praxis bewährt haben und die über eine hohe Evidenz aus klinischen Studien verfügen.
Schwerpunkt ist der umfangreiche Indikationenteil u.a. mit
- Stellenwert der Komplementärmedizin
- Lebensstilmodifikationen
- medikamentösen Therapien und
- weiteren Therapien wie ausleitende Verfahren, manuelle Therapien, Neuraltherapie u.a.
Das klar strukturierte Werk eignet sich zum effizienten Nachschlagen, gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Therapieoptionen und kann zu einer Erweiterung des Therapiespektrums durch die konkreten Behandlungskonzepte führen.
Die Checkliste Komplementärmedizin bietet in komprimierter Form fundiertes Wissen und durch die 5 Farbteile leichte Orientierung und schnellen Zugriff.

 

Rezension:

Mit der Checkliste Komplementärmedizin liegt dem naturheilkundlichen Fachmann eine umfassendes Werk von fast 800 Seiten vor. Die beiden Herausgeber und das Autorenteam stellen die Komplementärmedizin aus der Sicht der Schulmedizin dar.
Im ersten Kapitel erfährt man einige interessante Details zur Geschichte verschiedener komplementärer Verfahren und zur Einordnung in einen schulmedizinischen Praxiszusammenhang.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit in einiger Ausführlichkeit mit den wichtigsten komplementären Therapieverfahren von der anthroposophischen Medizin über die Homöopathie, die mikrobiologische Therapie bis hin zur TCM, Hier werden insgesamt 12 Verfahren erläutert. Es fehlen allerdings die Sauerstofftherapien als wichtige Basistherapie der Komplementärmedizin

Neben den Grundlagen werden auch die Besonderheiten bei den Wirkmechanismen und Indikation und Kontraindikation genannt. Hier entsteht, dem Checklistencharakter gemäß ein erster Überblick, der Lust auf mehr macht.

Der 3. Teil nennt zu speziellen Indikationen, orientiert an den wichtigsten Krankheitsbildern der inneren Medizin, Dermatologie, Gynäkologie, Rheumatologie, Neurologie und der Onkologie Therapieansätze. Hier hääte man sich auch Hinweise für den Bereich der Endokrinologie gewünscht, der doch gerade in heutiger Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Darstellung folgt immer demselben Schema, so dass man sich bei der Suche leicht orientieren kann. Dem naturheilkundlich orientierten Behandler erscheinen allerdings die Hinweise, gerade in Bezug auf den großen Fundus der komplementären Arzneimittel, häufig etwas verkürzt, was mit Sicherheit dem großen Inhaltlichen Rahmen dieses Werkes geschuldet ist.
Insgesamt bietet dieses Buch einen sehr guten Überblick und bringt für die Therapie so manchen wichtigen Hinweis.
Der letzte Teil stellt kurz einige naturheilkundlichen Diagnoseverfahren vor, die an dieser Stelle der Vollständigkeit halber genannt werden, die Beschreibung lässt aber auf Grund der Kürze nicht wirklich eine Einschätzung zur Effektivität der Verfahren zu.

Insgesamt aber haben wir es hier aber mit einen Werk zu tun, dass in einer komplementärmedizinisch ausgerichteten Praxis nicht fehlen sollte.

HP Andreas Fürst

 

Jutta Hübner: Onkologie interdisziplinär

Hübner: Onkologie interdisziplinär, evidenzbasiert – integrativ – patientenzentriert; Mit einem Geleitwort von Wolff Schmiegel; 2014. 543 Seiten, 31 Abb., 87 Tab., kart.; 69,99 Euro | Verlagswebsite hier

Verlagsinfo (Auszug):

Den Patienten als Ganzes im Blick ...

Nichts erschüttert so wie die Diagnose „Krebs“. Die Betroffenen, aber auch deren Angehörige, werden mit Körper, Seele und Geist bis an ihre Grenzen gefordert. Ärzte und alle anderen an der Behandlung Beteiligten müssen den Menschen folglich immer als Ganzes im Blick haben, um die notwendigen Schritte in der kurativen wie auch der palliativen Situation zu gehen.
Daher ist in der modernen Onkologie ein interdisziplinäres Konzept unabdingbar, das nicht nur dies berücksichtigt, sondern schul- und komplementärmedizinische wie auch psychoonkologische Verfahren zu allen Zeitpunkten der Patientenbegleitung sinnvoll miteinander kombiniert und einsetzt.
Genau hier setzt Onkologie interdisziplinär an: Das Werk von Jutta Hübner und weiteren renommierten Autoren vermittelt allen an der Versorgung von Tumorpatienten beteiligten Haus- und Fachärzten ebenso wie Angehörigen anderer Berufsgruppen konkrete Informationen und relevantes Wissen und unterstützt sie bei der täglichen Arbeit mit den Betroffenen. Damit ist es ein wertvoller Begleiter für eine umfassende onkologische Behandlung und Begleitung, die den gesamten Menschen im Blick hat.

Rezension:

Dieses Basiswerk von Jutta Hübner informiert kompetent, prägnant und übersichtlich über alle wichtigen konventionellen Diagnose- und Therapieverfahren in der Onkologie und schließt dabei auch Verfahren unter anderem der Palliativmedizin, der Ernährungstherapie und der Schmerztherapie mit ein.

Der Leser wird auf den aktuellen Stand der „modernen“ Onkologie gesetzt, die sich in den letzten Jahren rasant entwickelt hat. Zahlreiche renommierte Autoren (insgesamt 69!) aus der onkologischen Praxis informieren praxisnah zu allen relevanten Tumorarten über Epidemiologie, bekannte Ursachen, Präventionsmaßnahmen, Besonderheiten in der Diagnostik und Therapie, häufige Komplikationen, Nachsorgemaßnahmen usw. -  mit einbezogen werden evidenzbasierte Leitlinien und aktuelle Therapieempfehlungen einzelner Fachgesellschaften.

Dieses „Update“ ist gerade für  uns Heilpraktiker sehr hilfreich um sich, nicht nur in der Beratung und Begleitung von an Krebs erkrankten Patienten gut informiert und sicher zu fühlen, sondern auch in der Auseinandersetzung mit behandelnden Onkologen. Ein gutes Nachschlagewerk für die tägliche Praxis – hilfreich sind dabei kleine Zusammenfassungen in jedem Kapitel.

Der Leser erhält außerdem aktuelle Informationen über die verschiedenen interdiziplinären Ansätze z.B. im Bereich der Psychoonkologie, der Seelsorge aber auch der Physiotherapie, der Sport- bzw. Bewegungstherapie.

Darüber hinaus informieren die Autoren ausführlich über sozialmedizinische Belange im Hinblick auf Rehabilitation, sozialgesetzliche Hilfen, Schwerbehinderung, Rentenfragen etc.

Eindeutig zur kurz kommt die Abhandlung  komplementärer Naturheilverfahren. Wer sich hierüber umfassenden Informationen verspricht wird enttäuscht werden. Das Kapitel 6 „Komplementäre und alternative Verfahren“ umfasst gerademal 18 Seiten von 543. Die Mehrzahl der in der Naturheilpraxis angewandten komplementär-onkologischen Verfahren wird eher kritisch bewertet und wird wegen mangelnder medizinischer Evidenz oder möglicher Wechselwirkungen mit konventionellen Standardverfahren  abgelehnt. Der naturheilkundlich arbeitende Therapeut bekommt immerhin einen guten Einblick über die aktuelle Studienlage und Bewertung  komplementärer Verfahren in der Onkologie seitens der Schulmedizin. Einige Hinweise zu Kontraindikationen von biologischen Präparate resp. Verfahren sind jedoch durchaus wichtig und besonders für den unkritischen Anwender alternativer Methoden auch lesenswert.

Ein Buch geschrieben von Schulmedizinern für Haus- und Fachärzte und für alle Angehörigen anderer Berufsgruppen, die Krebspatienten behandeln, beraten und begleiten – ein Buch also auch für uns Heilpraktiker! Empfehlenswert insbesondere für die Kollegen, die sich intensiv mit der komplementär-medizinischen Behandlung von Krebspatienten befassen möchten.

HP Dagmar Wolf

 

 

Metzner: Achtsamkeit und Humor

1. Nachdruck 2014 der 1. Aufl. 2013. 182 Seiten, 14 Abb., kart.

Verlagsinfo (Auszug):

Eine Hommage an zwei der wertvollsten menschlichen Eigenschaften
... Wie entsteht eine von Geistesgegenwart und Bewusstheit geprägte Haltung? Wie können wir entspannter mit Stress umgehen? Wie lässt sich die „Grübelfalle“ aushebeln, die uns in Depressionen stürzen kann? Wie kommt es zur Vorstellung von Zeit im eigenen Geist? Verweise auf wissenschaftlich gut evaluierte Therapieansätze der sogenannten „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie wie MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) und MBCT (Mindfulness-Based Cognitive Therapy) untermauern die Bedeutung von Achtsamkeit auch im klinisch-therapeutischen Kontext. ...
Mehr Info: Link zur Verlagsseite

Rezension:

Dass Lachen eine gesundheitsfördernde Wirkung hat, bestreitet niemand mehr. Es fördert das Immunsystem, den Stoffwechsel,  die muskuläre Balance – und die gute Laune letztlich auch die Motivation, sich etwas Gutes zu tun, sich für das eigene nachhaltige Wohlbefinden zu engagieren. (Vielleicht erwecken deshalb sehr aktuell manche Staatschefs, die nie zu lachen scheinen, den Eindruck, als seien sie krank an Seele und Hirn?!)

Das vorliegende Werk, ein gar nicht mal so dickes Büchlein, widmet sich tendenziell derselben Sache. Nur wendet der Psychotherapeut und Autor Michael Stefan Metzner sein Augenmerk zwei verwandten Phänomenen zu: dem Humor und der Achtsamkeit. Beide beschreibt er einzeln, führt den Leser und die Leserin aber an einen Punkt, wo beide miteinander verschwimmen. Das eine nährt das andere. Der Autor interpretiert nachvollziehbar beide als Schlüssel für die psychische Ausgeglichenheit, in der man selber lebt und mit der wir anderen begegnen können.
Metzner schreibt dabei in einem hierzu kongruenten Stil: lustig, leicht und persönlich. Auch wenn ich selber seine Witzigkeit nicht immer nachvollziehen kann und sogar ab und zu als aufgesetzt empfinde (was aber an meiner Humorblutgruppe liegen mag), macht das für den/die Leser/in ohne wissenschaftlichen Hintergrund die Inhalte aber wohl leichter zugänglich.
Der Autor begründet Teile seiner Thesen aus religiöser Sicht, Meditationserfahrungen und seinen Erlebnissen in Alltag und psychotherapeutischer Praxis. Dass dieses Büchlein kein theoretisches Schwergewicht sein will, wird zudem deutlich durch eine Reihe von Achtsamkeits- und anderer Übungen, die rund ein Drittel des Buchinhalts ausmachen.

Allein ein Blick in das Sachverzeichnis lässt erahnen, dass hier kein lustiges Lesebüchlein präsentiert wird, sondern durchaus der wissenschaftliche Bezug mit esoterischen Aspekten und einer Art „Lebensberatung“ einhergeht: da finden wir z.B. die Begriffe „Heilige Kühe, Herr der Ringe, Herzensgüte und Hinterhauptslappen“ in einer Folge oder auch „Sanguiniker, Sarkasmus und Satipatthana“ und „Borderline, Buddhismus und Busch,Wilhelm“. Allein hier wird schon ermessbar, dass der Autor zwischen verschiedenen Welten laviert. Oder positiver ausgedrückt: Brücken zwischen verschiedenen Weltsichten zu schlagen versucht.

Für wen ist das Buch gedacht? Nach Verlagsangabe sowohl für den psychotherapeutischen Profi wie auch den bewusst lebenden „interessierten Laien“.  Ich kann mir durchaus vorstellen, dass beide Gruppen (und auch psychotherapeutisch sensibilisierte Mediziner) Gedanken und Anregungen aus dem Buch ziehen können. Aber diese „Zielgruppenunspezifiziertheit“ hat ihren Preis, der – so glaube ich – diesen Schreibstil erfordert, der wie schon angedeutet mich persönlich nicht anspricht: Es fiel mir trotz des interessanten Inhalts deshalb ungewöhnlich schwer, mich durch das Werk durchzuarbeiten. Anderen mag das ganz anders gehen. Deshalb empfiehlt sich sicher eine Leseprobevor dem Kauf.

HP Jürgen Sengebusch

Casagrande:Praxis Spagyrik

Haug Verlag, Stuttgart. 3., überarbeitete Auflage 2014
212 S. , 47 Abb. , ePub; ISBN: 9783830477266; 49,99 EUR

Verlagsinfo:

Moderne Alchemie für die Praxis
Mit Spagyrik der Einzigartigkeit eines jeden Patienten begegnen.
Der Schwerpunkt dieses praxisnahen Buches liegt auf der Anwendung der Spagyrik. Sie finden umsetzbare Therapiekonzepte mit Erläuterungen zu Wirkmechanismen und eine konkrete Auswahl von Mitteln für ein breites Spektrum bewährter Indikationen. Naturheilkundliche Empfehlungen ergänzen die Behandlungskonzepte. Die wichtigsten philosophischen Grundlagen werden Ihnen als Basis für eine kompetente Behandlung verständlich vermittelt.
Die neue Auflage ist um folgende Themen erweitert:
- Geriatrie
- Schwangerschaftsbetreuung
- Begleitung während der Stillzeit
Praktisch und sofort umsetzbar - auch für Einsteiger sehr gut geeignet!

Rezension:

Wer in seiner Naturheilpraxis mit spagyrischen Arzneimittel und hier besonders mit den Präparaten der Firma Soluna arbeitet, hat auf dieses Buch schon lange gewartet.
Die Autorin, Frau Christina Casagrande, ist ja vielen durch ihre überaus kompetenten und praxisrelevanten Fachaus- und fortbildungen hinlänglich bekannt.
Nun sind Ihre jahrelangen Erfahrungen mit den Solunaten in einem Buch für den Fachkreis verfügbar.
An einen allgemeinen Einführungsteil in die Grundlagen der Spagyrik und der Therapie mit den Solunaten, schließt sich die Praxis mit bewährten Therapiekonzepten an.

Es ist Frau Casagrande hervorragend gelungen, auf kleinem Raum eine gut verständliche und nachvollziehbare Einführung in die Spayrik zu geben, was bei diesem Thema nicht von jedem Autor gesagt werden kann.

Interessant sind im Weiteren auch die Therapieansätze,  bei denen die klassischen Indikationen wie Bronchitis, Rheuma etc. verlassen werden, um Themen zu bearbeiten, die gerade in der Naturheilpraxis von größter Bedeutung sind. Hier werden Bereiche wie die Ausleitungstherapie, Rhythmisierende Therapien und Aufbautherapien ebenso behandelt wie die Themen Regulationsstarre, Autoaggression,  Allergien etc. um nur einige zu nennen.

Das Kernstück bildet aber der organspezifische Teil und der ist prall gefüllt mit vielfälligsten Hinweisen zu den wichtigsten Erkrankungen ,die mit entsprechendem Hintergrundwissen 1 zu 1 in der Praxis umgesetzt werden können.
Komplementäre Therapieangebote aus anderen naturheilkundlichen Bereichen runden die Ausführungen ab und erweitern damit den Horizont über die Solunate hinaus.
Ein überaus gelungenes Buch, bei dem es schwerfällt emotional neutral zu bleiben.
Ein absolutes Must-Have für den Praxisalltag.

HP Michael Herzog

 

 

Werner Langer , Eric Hebgen (Hrsg): Lehrbuch Osteopathie

2012; 656 S. , 486 Abb. , gebunden; ISBN: 9783830475309; 99,99 Euro

Verlagsinfo:

 

Die Welt der Osteopathie: Das Lehrbuch bietet auf über 600 Seiten sie Osteopathie in verschiedenen Facetten. Gut illustrierte Einführungen in die Bereiche der parietalen, viszeralen und craniosacralen Osteoptahie vermitteln diagnostisches und therapeutisches Wissen. Die aus osteopathischer Sicht wichtigen Strukturen wie Faszien und Bindegewebe werden ausführlich beschrieben. Anhand von Fragen zur Selbstprüfung können Sie Ihren Lernstand unmittelbar beurteilen. Die Annäherung an die Themen erfolgt aus Sicht der Praxisrelevanz.
Ihr Plus: Zahlreiche Fallbeispiele zeigen, wie erfahrene Kollegen bei ausgewählten Krankheitsbildern vorgehen.

Rezension:

Das Lehrbuch Osteopathie ist ein gutes Lehrbuch, um in die Welt der Osteopathie einzutauchen.

Nach einer Einleitung in die Geschichte und Philosophie der Osteopathie werden die drei großen Standbeine der Osteopathie - parietale, viszerale und craniosacrale Osteopathie - ausführlich in anatomischen und funktionellen Grundlagen beschrieben. Dies macht es didaktisch übersichtlich und für Menschen in der Ausbildung  gut geeignet. Auch Nicht-Osteopathen können hierdurch funktionelle Zusammenhänge der Strukturen verstehen, z.B. über welche Bänder ein Magen, oder eine Leber fixiert und verbunden sind.                                                                                                                                  So werden osteopathische  Zusammenhänge zwischen Symptomen schnell verständlich und mit Fragen zur Lernkontrolle abgerundet.

In diesem Buchteil wird auch ausreichend auf die Physiologie der Organe eingegangen, leider ohne schon einmal grundlegende, oder häufige Pathologien anzusprechen. Dies würde das Buch didaktisch noch praxisrelevanter machen und sich auch bei fertigen Osteopathen stärker als Nachschlagewerk anbieten.

Dem Thema „Faszien“ ist dann noch ein ganzes Kapitel gewidmet und unterstreicht hiermit die Relevanz dieser Strukturen in der Osteopathie, sogar mit einem kurzen Ausflug in die Relevanz zu psychoemotionalem Bezug. Dieser Teil ist ein gutes Beispiel dafür warum Osteopathen oft schon sehr früh funktionelle Störungen entdecken und behandeln können, ohne das im bildgebenden Verfahren, oder im Blutlabor schon etwas nachzuweisen wäre.

Die Autoren versuchen auch auf andere, komplementäre Gedankengänge wie Säure/ Basenhaushalt einzugehen, dies ist vollkommen richtig, bleibt aber leider sehr oberflächlich und lückenhaft.     
Der Buchteil „Leitsymptome und Differentialdiagnose“ zeigt dies deutlich, hier wird kaum auf Medikamentennebenwirkungen, Infektionskrankheiten, Wirbelsäulenmetstasen und andere, zehrende Erkrankungen  eingegangen.  

Hier würde man sich sehr gerne mehr Hinweise auf z.B. komplexere Zusammenhänge der Organsysteme wünschen.  Dieser Teil entspricht nicht dem eigenen osteopathischen Anspruch – der in diesem Buch mehrfach erwähnt wird -, selbstständig und komplett eigenverantwortlich mit Patienten arbeiten zu wollen. Solches  ist ausgesprochen schade.

Als Beispiel meiner Kritik stelle ich den Magen heraus. Im ersten Buchteil wird er gut und ausführlich in anatomischen, funktionellen  und  motorischen Punkten beschrieben. Der Intrinsic factor wird beschrieben und der Bezug zu Vitamin B 12 erwähnt. Im Teil „Jejunum und Ileum“ wird der physiologische B 12 Stoffwechsel bebildert beschrieben. Dabei bleibt es leider. Nur im Buchteil Differentialdiagnose wird generell „ B - Vitamine „ bei dem Symptom „ Reflexstörungen „ erwähnt, aber dann die neurologischen Symptome nicht weiter erklärt, kein Bezug zum Magen, oder terminalem Ileum hergestellt, kein Hinweis folgt auf die Vitamin B 12 Mangelanämie , oder die Kombination mit der Trias: GI Störungen, Anämie und neurologische Störungen.  Besonders die resultierenden neurologischen Störungen könnten einen Patienten ja in eine osteopathische Behandlung führen und besonders diese müssten DRINGEND erkannt werden, da sie irreversibel sind und zeitnah versorgt werden müssen.

Durch solche Defizite in einem schulischen Standardlehrwerk machen sich Osteopathen unnötig angreifbar und man hat das Gefühl Osteopathen bleiben diagnostisch in der „ greifbaren Welt „ hängen. Die DD der Pathologien ist hier zu dürftig dargestellt.

Spannenderweise ist es bei den vielen – osteopathisch guten – Fallbeispielen so, dass der französische Autor Philippe Misslin  als einziger Autor auch Zusatzuntersuchungen wie bildgebende und labortechnische Fragen mit in die Fälle einbaut. Hintergrund ist vielleicht, dass die Osteopathie in Ländern wie Frankreich – historisch bedingt – umfangreichere und bessere Wurzeln in der Diagnoseerhebung hat.

In der Summe ist es für Menschen, die in die Welt der Osteopathie eindringen wollen, ein gutes Werk.  Der Teil der Diagnoseerhebung und Vernetzung bestehender Symptome ist in anderen Büchern aber definitiv besser beschrieben. Dadurch bietet sich das Buch für den ersten Teil der Ausbildung Osteopathie an, leider nicht so sehr für die komplette Diagnosefindung am Patienten.

HP Benno Stüve

Abele: Schröpfkopfbehandlung

Haug Verlag, Stuttgart. 10. aktualisierte Auflage 2013;
168 S. , 64 Abb. , gebunden
ISBN:  9783830476832 |   39,99 Euro

Verlagsinfo:

Dieses Praxisbuch bietet Ihnen das gesamte Spektrum der Schröpfkopftherapie: Was bedeuten Störfelder für den Körper? Was sind Gelosen ? Wie setzt man mit Schröpfköpfen Heilreize? Teil 1 stellt die theoretischen Grundlagen des Schröpfens und die Zusammenhänge mit der Reflexzonendiagnostik dar.  Teil 2 zeigt die benötigten Utensilien, die Technik des Schröpfens sowie die wichtigsten Indikationen. Zahlreiche Abbildungen verdeutlichen die genaue Lokalisation der Schröpfzonen. Positiv- und Negativbeispiele erleichtern das Einschätzen des Behandlungserfolges.

Rezension:

Das Buch „Schröpfkopfbehandlung“ vom Altmeister Johann Abele liegt bereits in der 10. Aufl. auf. Das sollte schon Hinweis genug sein, die Wichtigkeit dieses Werks einschätzen zu können.

Wenn man bereits viele Jahre in der Praxis tätig ist und man sich dann noch einmal dieses Buch zur Rezension anschaut, ist man doch überrascht, dass das umfangmäßig eher kleine Werk alles enthält, was man vom Schröpfen wissen sollte. Es wird auch deutlich, dass hier ein Praktiker für Praktiker schreibt.
Hier wird detailliert das Ausleitungsverfahren vorgestellt.

Im ersten theoretischen Teil geht es zunächst um einen kurzen geschichtlichen Rückblick. Darauf wird das Kernstück der Schöpftheorie nach Abele, die reflexzonenbezogene Behandlung ausführlich erläutert und praxisnah dargestellt. Wichtig sind hier vor allen die bildlichen Darstellungen der Reflexzonen, mit denen man dann gut arbeiten kann.
Es folgen Definitionen von Gelosen und die genaue Beschreibung, was beim Schröpfen im Gewebe und im gesamten Organismus passiert. Hier fließen Informationen zur vegetativen Umstimmung durch das Schröpfen, zu den biologischen Regelkreisen so wie zur Lehre und Fülle und Leere Zuständen im Organismus ein.
Im praktischen Teil wird  detailliert die Technik, sowohl des trocken als auch des blutigen Schröpfen mit Kontraindikationen vorgestellt. Weiter gibt es eine umfangreiche Indikationsliste mit einer entsprechenden Gewichtung und genauer Beschreibung, welche Störungen sich gut mit dem Schröpfen behandeln lassen.

Wer in der Naturheilpraxis Schröpfen will, der braucht dieses Buch unbedingt.
Der Dank gilt dem Altmeister

HP Michael Herzog

 

 

Oliver Ploss: Moderne Praxis bewährter Regulationstherapien

Haug Verlag, Stuttgart. 2012; 3., aktualisierte Auflage; 131 Seiten, 10 Abbildungen, kartoniert; EUR 29,99;  ISBN 978-3-8304-7519-4

Verlagsinfo:

Entgiftung und Ausleitung, Säure-Basen-Haushalt und Darmsanierung: moderne Regulationstherapien im Überblick:
Steigern Sie Ihren Therapieerfolg bei chronischen Erkrankungen mit den drei wichtigsten Regulations-therapien! Das praxisorientierte Buch vermittelt Ihnen, wie Sie die Selbstheilungskräfte Ihrer Patienten optimal anregen. Die theoretischen Grundlagen für Entgiftung und Ausleitung, Säure-Basen-Haushalt und Darmsanierung sind kompakt und leicht verständlich aufbereitet. Optimieren Sie Ihre Behandlungen und lernen Sie neue Wege zur Behebung von Therapieblockaden kennen.

Konkrete Therapieschemata mit Präparate-Empfehlungen zeigen übersichtlich wirksame Kombinationsmöglichkeiten. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung der Therapien.


Rezension:

Bei diesem gut hundert Seiten starken Buch liegt der Schwerpunkt auf der Beschreibung grundlegender naturheilkundlicher Behandlungsstrategien, wobei der Autor sich auf drei große Bereiche reduziert. Einmal werden verschieden Verfahren aus dem Bereich der Entgiftung und Ausleitung vorgestellt. Hier werden unterschiedlichste Ansätze  wie Homotoxikologie, Entoxin-Therapie oder Spenglersan Therapie kurz skizziert und mit einigen Beispielen versehen. Aus die klassischen Ab- und Ausleitungsverfahren finden kurz Berücksichtigung. Der große Bereich der Phytotherapie mit vielerlei Ansätzen wurde leider ausgespart. Dem Säure-Basen-Haushalt wird ein eigenes Kapitel gewidmet, in den neben der Physiologie und unterschiedlichen Messmethoden auch die Therapie nach bestimmten Indikationen ihren Platz hat. Abschließend wird in diesem Block das Thema Darmsanierung abgehandelt. Auch hier wird zunächst kurz die Bedeutung der Darmflora erläutert bevor Präparate und deren Indikation genannt werden.

Zum anderen werden auf etwa 40 Seiten indikationsbezogene Therapievorschläge dargestellt, bei denen es sich allerdings um ein Konglomerat von bewährten Fertigarzneimitteln handelt, ohne dass ein Bezug zu den vorgenannten Therapieverfahren hergestellt wurde. So stehen die 2 großen Komplexe dieses Buches etwas bezuglos nebeneinander, obwohl sich gerade hier wechselseitig Bezüge angeboten hätten.

Fazit: das Buch enthält für den Praktiker viele wertvolle Hinweise, die allerdings an vielen Stellen sehr kurz dargestellt werden. Zudem fehlt es bei den indikationsbezogen Therapien an Verknüpfungen zu konstitutionellen Zusammenhängen, die eigentlich auf Grund der Struktur des Buches leicht hätten hergestellt werden können.

HP Michael Hezog

 

Hufelandgesellschaft (Hrsg): Hufeland-Leistungsverzeichnis der Besonderen Therapierichtungen

Haug Verlag, Stuttgart. 2012., 6., überarbeitete Auflage, 79 Seiten, kartoniert.
EUR 29,99,  ISBN 978-3-8304-7513-2

Verlagsinfo:


Immer die passende Ziffer zur Hand: eine unverzichtbare Abrechnungshilfe für Ihren Praxisalltag!
Rechnen Sie Ihre komplementärmedizinischen Leistungen richtig ab!
Das Hufeland-Leistungsverzeichnis ist für Ärzte, Versicherte und Patienten eine wertvolle Orientierungs-hilfe zur Abrechnung komplementärmedizinischer Verfahren. Es enthält Analog- und GOÄ-Ziffern und ist anwendbar im ambulanten Bereich.
Die Auswahl der Verfahren erfolgte nach hoher praktischer Relevanz. Der Schwerpunkt liegt auf Methoden, die in der Naturheilkunde, Homöopathie, Akupunktur und Anthroposophischen Medizin häufig zur Anwendung kommen.

Die Neuauflage ist aktualisiert und erweitert um z.B. ausleitende Verfahren und physikalische Therapie.

Rezension:


Mit dem Hufeland-Leistungsverzeichnis der besonderen Therapierichtung steht dem Praktiker in der 6. Aufl. der „Klassiker“ aktualisiert zur Verfügung.
Für eine korrekte Rechnungsstellung ist die Kenntnis der Therapien und Diagnoseformen, die im Hufelandverzeichnis genannt sind, von großer Bedeutung.

Das 80 Seiten umfassende „Büchlein“ gibt strukturiert einen Überblick über die entsprechenden Therapien und nennt gleichzeitig die entsprechenden Abrechnungsziffern, hier allerdings natürlich nach GOÄ. Dazu werden in kurzer, prägnanter Form die einzelnen Therapien erklärt und dann sorgfältig ihre detaillierten Abrechnungsmöglichkeiten dargestellt.

So bietet sich dem Therapeuten eine hervorragende Möglichkeit, korrekt abrechnen zu können.
Sehr praktikabel und gut handhabbar .
Wir haben es hier mit einen Standardwerk zu tun, das auch in keiner Naturheilpraxis fehlen sollte.

HP Michael Hezog

 

Johann Abele: Das Schröpfen

Johann Abele: Das Schröpfen, 6. Auflage
Eine bewährte alternative Heilmethode,
29,95 €  160 Seiten,   ISBN: 978-3-437-55173-4 ; München 2010; 35 s/w Abbildungen

Verlagsinfo:

Johann Abele hat die Schröpftherapie wieder entdeckt und weiter entwickelt.
Das Buch stellt detailliert die Methode des Schröpfens vor.
•    Welche Theorien zur Schröpfkopftherapie sind bekannt?
•    Welche Krankheiten können durch Schröpfen gebessert oder geheilt werden?
•    Wie wird richtig geschröpft?
•    Welche Komplikationen können auftreten?
•    Wo müssen Schröpfgläser aufgesetzt wer-den, damit der beste Heilerfolg eintritt?
Zahlreiche Falldarstellungen und Anwendungsbeispiele verdeutlichen die Inhalte.
Die neue, 6. Auflage wurde komplett durchgesehen und aktualisiert.

 

Rezension:

 

Das Schröpfen ist eine wunderbare Therapiemethode. Wer nicht auf „moderne“ Schröpfköpfe zurückgreift, sondern der „guten alten Methode“ mit Feuer und Brimborium den Vorzug einräumt, wird diese Heilmethode nicht nur philosophisch zu betrachten lieben, sondern auch den Patienten beeindrucken mit nahezu zirkusreifen Performances.
Das Schröpfen hat eine lange Geschichte. Diese ist nicht durchweg rühmlich (siehe landläufige Bedeutung von „Schröpfen“, abgeleitet u.a. von einer überbordenden Anwendung in grauer Vorzeit). Aber sie ist auch geprägt von zahlreichen Erfolgen, Erkenntnissen und Fortschritten der Erfahrungsmedizin.

Einer, der sich in Deutschland dieser Situation mit großem Engagement angenommen hat, ist Johann Abele. Sein Name ist nicht wegzudenken, wenn man sich mit dem Schröpfen befasst. 1985 publizierte er – damals noch in einem anderen Verlag – sein Plädoyer für die Vorzüge dieser Therapieform. Mittlerweile sind wir fast 30 Jahre weiter und es erscheint die 6.Auflage – jetzt bei Elsevier. Das Vorwort – eigentlich bereits die Essenz des Buches - stammt von 1998, aus dem letzten Jahrtausend. Das entspricht dem gesamten Stil und dem Erscheinungsbild des Buches. Es wirkt alles ein bisschen wie ein Faksimile eines alten Originals: die Schrift ist groß (wie bei einem Großtastentelefon, für die Zielgruppe „Senioren“ gemacht), die Bilder definitiv altbacken und teilweise sicher vom Schwarz-Weiß-Film, der Sprachduktus alles andere als „fluffig modern“. Aber es tut dem Wert des Buches keinen Abbruch.
Vielmehr merkt man die Begeisterung des Autors für ein wichtiges Verfahren, die er vor allem anhand von Erfahrungsberichten unterfüttert. Sicher könnte man neue Texte einfügen – aber wäre der Effekt für den Leser größer? Nein, denn das Schröpfen half vor 100 oder 30 Jahren genauso wie heute. Und die Forschung sowie vor allem die Evolution sind nicht so schnell als dass man die relativ altertümlich anmutenden Darstellungen des Autors verwerfen oder abwerten möchte.

Kurzum: alles gut. Wer sich mit eindenken möchte in das Schröpfen, Hintergründe, Indikationen und Verfahrensweisen kennenlernen möchte, ist weiterhin mit dem Abele gut bedient.

HP Jürgen Sengebusch

Ursula Goldmann-Posch / Rita Rosa Martin:
Überlebensbuch Brustkrebs

Die Anleitung zur aktiven Patientin

(Neuerscheinung vom 20. März 2012); 5., aktualisierte und erweiterte Aufl. 2012. 400 Seiten, 15 Abb., 26 Tab., kart.; 978-3-7945-2862-2 (Print); 978-3-7945-6695-2 (eBook); 39,95 Euro

Das verständliche Fachbuch für die mündige Patientin

Diagnose Brustkrebs – welche Fragen stürmen plötzlich auf die betroffenen Frauen ein? Was beschäftigt sie auf dem schweren Weg von der Entdeckung des Knotens bis in die Zeit der Nachsorge?

Verständlich und kompetent bereiten die Medizinjournalistinnen Ursula Goldmann-Posch und Rita Rosa Martin die Grundlagen der Brustkrebsmedizin und die neuesten Behandlungsmöglichkeiten auf. Die beiden Autorinnen, selbst an Brustkrebs erkrankt, ermutigen dabei die Betroffenen zu einem selbstbewussten Umgang mit ihrer Erkrankung und ihren vielen offenen Fragen – auch gegenüber Ärzten und Krankenkassen. Gleichzeitig gibt das Buch einfühlsame Hilfestellungen für die emotionale Bewältigung der Krankheit.

Acht Kapitel führen Schritt für Schritt durch alle Bereiche der modernen Brustmedizin. Grundlage dafür sind die Qualitätsstandards der europäischen und deutschen Leitlinien sowie die fachliche Absicherung durch ein hochkarätiges Experten-Team.
Das „Über-Lebensbuch Brustkrebs“, von vielen Leserinnen als „ihre Bibel“ bezeichnet, erscheint nun im zehnten Jahr seiner Existenz in der fünften, völlig aktualisierten Auflage. Neben richtungsweisenden Ergebnissen internationaler Studien gehen die Autorinnen auf die zunehmende Bedeutung von Biomarkern und genetischen Merkmalen von Brustkrebs ein. Ausführlich kommen moderne strahlentherapeutische Ansätze, neue zielgerichtete Krebsmedikamente und komplementäre Behandlungsmöglichkeiten mit einer kritischen Einordnung ihrer Chancen und Risiken zur Sprache.

Beide Autorinnen haben neben den etablierten Leitlinien immer auch das persönliche Erleben der Frauen vor Augen und im Herzen – das macht dieses Powerpaket von zwei Brustkrebs-Überlebenden im Kampf gegen die Erkrankung so einzigartig. Damit geben sie Patientinnen nicht nur das Fachbuch zum Thema Brustkrebs in Patientensprache an die Hand, sondern auch ein individuell nutzbares Instrument, um der Diagnose Brustkrebs mit einer aktiven, informierte und ganzheitlichen Haltung entgegenzutreten.

Dieses Buch richtet sich nicht nur an Patientinnen. Es befähigt auch Ärzte, die brennenden Fragen und den Informationsbedarf ihrer Patientinnen zu erkennen und besser zu berücksichtigen. So schließt sich der Kreis zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Patientinnen.

Das ist neu in der 5. Auflage:

  • Aktuellste zielgerichtete Krebstherapien
  • Neueste Therapieoptionen bei Knochenmetastasen
  • Behandlung des „dreifach-negativen Brustkrebses“
  • Molekulare und genetische "Visitenkarten“ der Brustkrebs-Typen
  • Lymphknoten entfernen – ja oder nein?
  • Was tun bei Hirnmetastasen?
  • Brustkrebs und Schwangerschaft

 

Rezension

Das vorliegende Werk nennt sich selbst „Überlebensbuch“ – das ist sicher ein sehr, sehr hoher Anspruch in verschiedenster Hinsicht: es geht beim „Überleben“ ja nicht allein um die medizinisch-physische, sondern auch die psychische Komponente des Umgangs mit Brustkrebs.
Sicher kann kein Mensch sagen, ob das Buch das ein oder andere leistet, also effektive Gesundheitsberatung vermitteln oder nachhaltig die emotionale Stütze anbieten kann, die Betroffene benötigen. Dafür sind alle medizinischen und mentalen Ausgangslagen fraglos zu individuell.

Dennoch gelingt es den beiden (selbst betroffenen) Autorinnen, das äußerst wichtige und gleichwohl komplizierte Thema Brustkrebs kompetent und menschlich aufzugreifen.

Das Werk besticht meines Erachtens vor allem durch zwei Aspekte: eine gute Übersichtlichkeit und damit einen flotten Zugriff auf gesuchte Informationen, zum anderen eine sehr angenehme „Schreibe“, die sowohl Fachpersonal als auch (und vor allem) dem Laien zugänglich ist.
Vorsorge, Diagnose, emotionale Folgen, Therapiekonzepte und Lebenshilfen für die Zeit nach der Therapie werden umfangreich beschrieben, mit Checklisten wird der persönliche Zugang zum Inhalt verdichtet. Ein Anhang mit Fragekatalogen für unterschiedliche Beratungsgespräche, mit einem Glossar und vielen Adressen machen den Inhalt auf nahezu 400 Seiten komplett. Nebenbei: auch der Brustkrebs beim Mann wird – wenn auch nur kurz – thematisiert.

Ob das Buch allerdings das „Non-Plus-Ultra für betroffene Frauen“ ist, wie man es ab und zu lesen kann, darf kritisch bewertet werden. Denn nach dem Durcharbeiten schleicht sich doch ein Gedanke ein: Der Inhalt orientiert sich klar am gängigen schulmedizinischen Umgang mit der Thematik und den Möglichkeiten, als aktive und selbstbewusste Patienten darauf zu reagieren. Außen vor bleibt eine alternative Sicht der Dinge: Etwa die nicht selten gestellte Frage nach möglichen psychosomatischen Hintergründen der Erkrankung. Die komplementäre Onkologie findet keinen Eingang in das Werk. Erst recht unberücksichtigt bleibt die Patientin / der Patient, die/der sich nicht schulmedizinisch behandeln lassen will. Gibt es überhaupt effektive Alternativen und wie könnten die aussehen? Hier klafft sicher ein großes Loch im ansonsten wirklich guten Buch.

Über die Aufmachung kann man streiten. Das Buch ist großformatig und gebunden. Ältere Versionen gab es als Ordner mit kleinerem Beiheft. Eine Betroffene sagte mir, dass ihr das Buch viel zu schwer sei, wenn ihr Arm wegen des Lymphstaus so schlapp sei. Andererseits wird erst durch das aktuelle Format des Werkes die angenehme Übersichtlichkeit geschaffen.

Fazit: Das Überlebensbuch Brustkrebs ist bestimmt eines der besten zum Thema für die Betroffenen, die sich als mündige Patienten mit Diagnose und Therapie auseinandersetzen müssen oder wollen. Informationen zur (flankierenden) naturheilkundlichen Sicht- und Herangehensweise muss man sich darüber hinaus an anderer Stelle besorgen.

js



 

Thomas Feichtinger und Susana Niedan-Feichtinger:
Antlitzanalyse in der Biochemie nach Dr. Schüßler

 

4. Aufl., überarb. 2011; 224 S., 440 Abb., geb.;
ISBN: 9783830473633; 69,99  EUR  

Verlagsinfo:

Dieser umfangreich bebilderte Atlas zeigt, wie Sie Mineralstoffmängel im Gesicht eines Menschen erkennen. Dies unterstützt Sie bei der Anamnese und hilft Ihnen eine individuelle Mischung einfacher zusammen zu stellen. Jedes Mineralsalz ist mit seinen typischen Antlitzzeichen prägnant beschrieben und anschaulich bebildert.
Besonders hilfreich sind dabei auch die Gesamtansichten und Differenzialanalysen ähnlicher Antlitzzeichen. Neu in dieser Auflage: Mit den neuesten Erkenntnissen zu Antlitzzeichen aller Erweiterungsmittel!

Rezension:

Der sehr ansprechende Bildatlas ist klar strukturiert, übersichtlich gegliedert und reich an für die PraktikerIn brauchbaren Übersichtstabellen. Jedes Salz wird kurz und prägnant beschrieben und dessen Mangel anhand vieler Bildbeispiele (anhand von Fotos) dargestellt.

Das inhaltlich besonders Wertvolle liegt meiner Ansicht nach in der Hinzunahme einer umfassenden Darstellung der Ergänzungsmittel. Weiterhin erwähnenswert sind ein Kapitel, in dem es um Gegenüberstellungen von unterschiedlichen Ausprägungsgraden der Farbe einer Gesichtspartie geht und ein Kapitel, welches die Gesamtansicht der Mängel im Antlitz zeigt.

Insgesamt ein rundum gelungenes Buch und eine sinnvolle Ergänzung zum „Praxisbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler“ der gleichnamigen Autoren.

Annett Kné, HP

 

 

Volker Faust:
Hörbuch Burnout: erschöpft, verbittert, ausgebrannt

ISBN 978-3-7776-2171-5
S. Hirzel Verlag Stuttgart, 2011; 19,80 Eur

In launiger Art erklärt der Verfasser die schwierige Materie des Burnout ohne die Bedeutung dadurch zu mindern. Es  gelingt ihm, eine komplexe und schwierige, noch nicht richtig definierte und anerkannte  Erkrankung leicht verständlich darzustellen. Damit gelingt es dem Autor, die Konzentration und Lust zum Zuhören über eine Stunde lang zu halten.
Zunächst einmal wird die Krankheit  in die Historie und in Bezug zu anderen psychischen Erkrankungen gestellt. In früheren Zeiten Erschöpfungssyndrom genannt, ist das Burnout Syndrom die moderne Form der Erschöpfung.
Im Folgenden wird beschrieben, dass das Burnout Syndrom sich auf viele verschiedene Situationen und Personengruppen bezieht, die auch erläuternd benannt werden. Der Verfasser erklärt, woher das Burnout Syndrom kommt bzw. wodurch ein Burnout Syndrom gefördert werden kann. So stellt er uns die Top 10 unter den Auslösern vor. Mit Warnhinweisen zeigt er uns auf, wie nah oder weit jemand am Burnout Syndrom ist und zeigt die Phasen der Entwicklung bis zum ausgeprägten Syndrom auf.
Aber er lässt es nicht nur bei der Beschreibung und Darstellung der Entwicklung mit seinen Folgen, sondern er gibt einfache Tipps zur Vermeidung und Vorbeugung und somit zur Selbstheilung.

Insgesamt eine gut zu hörende, leicht verständliche Darstellung eines schwierigen Themas mit wertvollen Informationen und Tipps für Praxis und Eigenbedarf.

Dr. Eva Lang


 

P. Richter, E. Hebgen: Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten in der Osteopathie und Manuellen Therapie

3. Aufl., überarb. erw. 2011; 272 S., 299 Abb., geb.; ISBN: 9783830473213;  79,99 EUR

Verlagsinfo

Schmerzpatienten effektiv helfen - Diagnose und Therapie myofaszialer Triggerpunkte sowie verschiedene Erklärungsmodelle der Muskelfunktionsketten für die tägliche Praxis.

In diesem Buch finden Sie relevante Informationen über Muskulatur, Muskelketten und Triggerpunkte, die Sie für den Praxisalltag benötigen. Erklärungen zur Entstehung von Schmerzen am Bewegungsapparat erleichtern Ihnen die Diagnose. Die Behandlungsmethoden der myofaszialen Strukturen werden durch Dehnungsübungen ergänzt. Anatomische Zeichnungen und zahlreiche Fotos helfen Ihnen bei der Lokalisation der Triggerpunkte und ihrer zugehörigen Schmerzareale.

Neu in der 3. Auflage: Beschreibung der Entstehung myofaszialer Schmerzen durch falsche Körperhaltung sowie Dehnungsübungen zu ihrer Linderung.


Rezension


Das vorliegende Buch vereint zwei eigenständige Themen, wobei je ein Thema von einem Autor behandelt wird.

Da die Behandlung der Triggerpunkte nicht durchzuführen ist ohne Kenntnis der Myofazialen-Ketten, ist die Vereinigung beider Themen in diesem Buch höchst sinnvoll und gelungen.

Der erste Autor, Philipp Richter, der die Myofazialen-Ketten behandelt, vollzieht einen inhaltlich reichen Bogen: er beginnt mit einem Überblick über die verschiedenen Modellvorstellungen der Myofazialen-Ketten verschiedener Autoren und stellt hier das Wesendliche jedes Models kurz und präzise dar. Weiter bezieht er Grundsätzliches über Physiologie, über Statik des Menschen von Kopf bis Fuß und über die dazugehörigen Muskelgruppen mit ein und landet schließlich bei einem fundierten Modell der Myofazialen-Ketten. Er tut dies sprachlich sorgsam und deutlich; erwähnenswert erscheinen besonders auch die sehr illustrativen Abbildungen.

Als kleiner Wermutstropfen und etwas verwirrend erscheint lediglich die teilweise Vermischung dessen, was man von eines Fachbuch erwartet, mit Ansätzen eines Lehrbuches (wenn der Autor etwa über Grundlagen schreibt, die dem Fachpublikum mehr als bekannt sein dürften, besonders in der Einleitung.).

Der Beitrag des zweiten Autors, Eric Hepgen, : „Triggerpunkte und ihre Behandlung“ ist in seiner präzisen und übersichtlichen Darstellung, besonders auch in ihrer Kombination von Text und Bild von hervorragender Praxistauglichkeit.
Die zusätzlich neu aufgenommenen Übungen, die den Patienten mit nach Hause gegeben werden können, sind eine wertvolle Ergänzung der Behandlung.

HP Annett Kné

 

H. Marquardt:
Reflexzonenarbeit am Fuß


24. Aufl., akt. 2011 192 S., 36 Abb., geb. ISBN: 9783830474036;  29,99 Euro

Verlagsinfo

Ob Prävention oder Therapie: In diesem Werk finden Sie kompaktes Praxiswissen zum Einsteigen und Nachschlagen für die Reflexzonenarbeit am Fuß.
Hanne Marquardts bewährter Begleiter zur Reflexzonen-arbeit am Fuß bietet Ihnen gute Grundinformationen zu Lage und Verlauf der Reflexzonen. Darüber hinaus steht das praxisorientierte Behandlungsspektrum der Reflexzonenarbeit am Fuß im Mittelpunkt. Die Autorin zeigt, wie Sie anhand von Sicht- und Tastbefund mögliche Organ- und Gewebebelastungen erkennen. Die Reflexzonenarbeit am Fuß lässt sich therapeutisch und präventiv erfolgreich einsetzen.
Die zahlreichen farbigen Abbildungen zeigen anschaulich die Lokalisation der Reflexzonen.
Lernen Sie die Reflexzonenarbeit am Fuß von der Wegbereiterin dieses Verfahrens!

Rezension

Das Buch von Hanne Marquardt vermittelt kompakt und dennoch ausführlich auf 189 Seiten die Grundlagen der Reflexzonenarbeit am Fuß in Theorie und Praxis. Einsteiger, sowie Therapeuten als auch interessierte Laien, haben die Möglichkeit sich mit den wesentlichen Inhalten dieses manuellen Verfahrens vertraut zu machen.

Hanne Marquardt versteht es, leicht verständlich und sehr prägnant die Behandlungsmethode darzustellen. Sie erklärt das Auffinden der Reflexzonen am Fuß mit einfachen Zeichnungen, die Deutung belasteter Zonen, die  Unterscheidung in Symptom- und Hintergrundzonen, die Grifftechnik, den Ablauf einer Behandlung und mögliche Reaktionen auf den gesetzten Reiz.

Ein Verzeichnis mit ca. 46 bewährten Indikationen und zahlreiche Beispiele aus der Praxis erleichtern den Einstieg. Dabei zeigt sie auch immer wieder die Grenzen des Verfahrens auf und nennt wichtige Kontraindikationen.
Tipps zur Eigenbehandlung und Hinweise zu „Fußhilfen“ runden das Ganze ab.

Ein Standardwerk und eine gute Investition für jeden der sich mit manuellen Therapieverfahren beschäftigt. Für die fortgeschrittenen Kollegen, die ihr Wissen rund um die Fußreflexmassage vertiefen möchten, empfehle ich besser das Lehrbuch von Hanne Marquardt.

Die 24. aktualisierte Auflage wurde übrigens (gegenüber der vollständig überarbeiteten Auflage von 2007) nur in wenigen Punkten geändert: So ersetzte die Autorin den  Begriff „Reflexzonen“ weitgehend  in „Zone“ und den Begriff „therapeutischer Reiz“ in „therapeutischen Impuls“. Für den, der also eine ältere Ausgabe hat, lohnt die Neuanschaffung deshalb kaum.

Dagmar Wolf, HP

 

Arzneimittel und Mikronährstoffe
– medikationsorientierte Supplementierung
Uwe Gröber

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2. Auflage;
440 Seiten; ISBN: 978-3-8047-2779-3

Rezension:

Uwe Gröber ist uns bekannt als Apotheker und anerkannter Mikronährstoffexperte, der sich besonders befasst mit dem präventivmedizinischen und therapeutischen Einsatz von Mikronährstoffen. Sein großes Spezialgebiet ist die Betrachtung der gegenseitigen Beeinflussung von Mikronährstoffen und Arzneimittel.

 

Darüber liegt uns nun die 2. Auflage vor.

Das Buch besticht zunächst durch seine große Klarheit im Aufbau.

Es besteht aus zwei Teilen:

die erste Hälfte des Buches enthält einführende Kapitel, die zweite Hälfte befasst sich mit speziellen Interaktionen.

Die Kapitel im Einzelnen:

In der Einführung führt uns Gröber in das Thema ein, indem er über Arzneimittelneben- und Wechselwirkungen im Allgemeinen spricht und im Folgenden dann ein besonderes Augenmerk legt auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Mikronährstoffe, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen.

Im 2. Kapitel erfahren wir, wie die Nahrung über verschiedenste Mechanismen die Resorption und Elimination und damit die Wirksamkeit eines Arzneistoffs beeinflussen kann.

Im 3. Kapitel betrachtet Gröber die Interaktionen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen, zeigt die Folgen eines Mikronährstoffmangels auf und erhärtet seine Aussagen an Hand von Beispielen pharmakodynamischer Interaktionen.

Das 4. Kapitel befasst sich mit Risikogruppen (Schwangere, ältere Menschen und chronisch Kranke) für arzneimittelbedingte Mikronährstoffmängel

Im 5. Kapitel erfahren wir etwas über die Funktion und Bedeutung der Mitochondrien bezüglich des Stoffwechsels und bei Krankheitsentstehung; über Auswirkungen bei mitochondraler Dysfunktion  und Mitochdriopathien sowie über die Wirkungen von Arzneimitteln auf die Funktion der Mitochondrien.

Ab Kapitel 6 werden wir informiert über spezielle Interaktionen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffe, so z.B. Alkohol und Mikronährstoffe, Analgetika, Antazida, Antidiabetika, Antiepileptika, Antiasthmatika und Mikronährstoffe, um nur einige zu nennen.

 

Beurteilung

Ich zitiere Herrn Gröber: „Obwohl die Nahrung naturgemäß die häufigste Substanz ist, die zusammen mit Arzneimitteln zugeführt wird, findet die wechselseitige Beeinflussung zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten noch relativ wenig Beachtung.“

Ich hoffe, dass mit dem Erscheinen der 2. Auflage seines Buches diese Thematik an Bedeutung zunimmt und die Interaktionen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln große Beachtung finden wird.

Gröber ist es gelungen, eine nicht ganz leichte Kost spannend und gut verständlich darzustellen, so dass es dem Leser leicht fällt, den Gedankengängen zu folgen, sie zu verstehen und auch zu behalten. Das Buch liest sich wie ein Krimi, man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Und wir sind die  Akteure, das macht es noch packender.

Ich empfehle dieses Buch jedem Therapeuten, der sich neben anderem auch mit der Medikation eines Patienten auseinander setzen muss: z.B. Ärzten, Apothekern, Ernährungsberater  und vor allem den Heilpraktikern. Hier gibt es eine Menge Informationen, mit denen wir die Behandlung unserer Patienten abrunden können.

Eva Lang

 

Berger: BurnOut-Prävention

 

Thomas M.H. Bergner
Burnout-Prävention - Sich selbst heilen - das 12-Stufen-Programm

 

Schattauer, Stuttgart; 2007/2010; Neudruck 2011; 301 S., 27 Tests, 95 Übungen, 29 Tabellen und 18 Abbildungen; 29,95 EUR



Rezension

Ehrlich gesagt: Ratgeber-Büchern gegenüber bin ich oft skeptisch, besonders, wenn sie mit so etwas wie „In drei Tagen zu neuen Haaren“ oder „Fünf Wege zum Glück“ oder ähnlichem untertiteln. Das wirkt auf mich rasch wie das unmoralische Heilungsversprechen, was man als Therapeut nicht geben darf.

Der Arzt und Coach Thomas Bergner legt seine „Burnout-Prävention“ zumindest in einem „12-Stufen-Programm“ an. Das hört sich nicht mehr ganz nach flottem Konzept an. Also knöpfe ich mir das Buch vor. Es ist zwar keine Neuerscheinung (Erstausgabe 2007), aber doch derzeit äußerst aktuell, wenn wir die Nachrichten studieren: es sind nicht nur Profifußballer, die das Handtuch werfen, sondern auch Manager und andere Führungskräfte. Über die „normalen Mitmenschen“ gibt es zwar keine Nahrichten hierzu, aber wir wissen darum, dass Erschöpfungssyndrome auch Gruppen mit niedrigerem Einkommen nicht unverschont lassen.

Vor mir liegt ein ca. 300 Seiten starkes Werk im Softeinband, das auf dem Einband verspricht, dass ich das Buch „wie ein persönlicher Coach“ einsetzen könne. Da bin ich gespannt, zumal mir kürzlich noch eine Bekannte, die wirklich etwas von Fachbüchern versteht wie wenige andere, sagte, dass der Inhalt doch sehr theoretisch wirke.
„Selbsthilfeprogramm“ und Theorie unter einen Hut zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen. Aber gerade das finde ich als praktisch orientierter Erziehungswissenschaftler, der selber als Coach tätig ist, besonders spannend. Also jetzt endlich den Blick ins Buch:
Zunächst bin ich sehr positiv überrascht über den Sprachstil: einfach, klar, schnörkellos. Bereits beim flotten Durchblättern fällt die große Anzahl an Tabellen und Listen auf, die keine Statistiken wiedergeben oder Theorien grafisch umsetzen, sondern zur Selbstreflexion anregen sowie zur Stellungnahme ermuntern. Das ist wunderbar, denn so erschlägt das Buch nicht mit einer „Bleiwüste“, sondern geht in Kontakt mit dem Leser und wird durchgängig zum Arbeitsbuch.

Die theoretischen Einwürfe, Erläuterungen oder Exkurse sind fast schon unauffällig unaufdringlich und bestens nachvollziehbar. Insbesondere der Ansatz, Burn Out auch als Warnzeichen und Startschuss für neue Startlöcher im Leben zu sehen und zu nutzen, gefällt. Das Ziel des Buches liegt deshalb an vielen Stellen deutlich in einer positiven, bejahenden Perspektive, nicht auf dem Leiden, das durch Burn Out entstehen kann. Nur so funktioniert fraglos die Ermunterung, mit den Übungen des Buches auch arbeiten zu wollen.

Das 12-Stufen-Programm ist mir nach einigem Lesen aus dem Blickfeld gerückt. Das ist kein Manko, sondern unterstreicht eher, was der Autor eingangs in der „Bedienungsanleitung“ auch betont: man kann auch einzelne Teile aus dem Buch nehmen ohne sich des Gesamtkonzepts zu bedienen. Davon abgesehen, ist auch dieses umfangreiche Vorgehen zur Burn-Out-Prophylaxe durchaus schlüssig angelegt. Also: ein fast durchgängig gutes Buch. An einigen Stellen könnten m.E. die eingestreuten Übungen etwas weniger die Interpretation ihrer Ergebnisse vorwegnehmen und sich der Autor mit Bewertungen zurückhalten – aber das ist nur ein kleinerer Schönheitsfehler.

Ein bisschen vermisst habe ich deutliche Hinweise, wie man denn nun handeln könne oder müsse, wenn eine Selbstheilung wie mit diesem Buch nicht mehr möglich ist – wenn z.B. Sucht oder Depression bis zur Suizidalität einem anhaltenden Burn Out erwachsen. Aber vielleicht ist auch das stimmig, weil ein solcher Patient das Buch gar nicht mehr lesen würde. Das klingt zynisch, dürfte aber wohl in den meisten Fällen so sein. Also muss man um so mehr aufgreifen, was der Autor mit Goethes Worten sagt: „Beginne es jetzt“ – Burn-Out-Prävention, solange man noch selbst und sogar mit freudigen Erkenntnissen daran wirken kann. Dafür ist das Buch ein guter Begleiter.

js

Bäumler, S.: Heilpflanzenpraxis heute

Bäumler, Siegfried:
Heilpflanzenpraxis Heute

 

Porträts - Rezepturen - Anwendung
ISBN: 978-3-437-57271-5; 2010; .003 Seiten, 217 farb. Abb., Pappband
Buch 29,95 Euro 

Verlagsinfo:

Jetzt als günstige Sonderausgabe

Pflanzliche Arzneimittel sind inzwischen unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung.
Auf Grundlage der rationalen und der erfahrungsheilkundlichen Phytotherapie bietet das Werk:

  • Grundlagenwissen: zur Entwicklung der Phytotherapie sowie zur Wirkung der speziellen Pflanzeninhaltsstoffe
  • Arzneipflanzenporträts: Botanik, Pharmakologie, Anwendungsgebiete von über 300 Arzneipflanzen. Mit Exkursen zur Mythologie, Signaturenlehre und volksheilkundlichen Anwendung
  • Phytotherapeutische Praxis: zahlreiche Krankheitsbilder und ihre phytotherapeutische Behandlung mit Differenzierung der einzusetzenden Wirkgruppen und Arzneipflanzen
  • Rezepturen: mehr als 700 Rezepturen zur inneren und äußerem Anwendung
  • Indikationsliste: zum schnellen Nachschlagen


Rezension

Mit diesem Werk liegt dem interessierten Leser auf fast 1000 Seiten geballte Kompetenz in Sachen Phytotherapie vor.

Das Buch ist gut gegliedert und enthält einen Schatz an Rezepturen.

Im ersten Teil  (Kap.1-3) erfährt der Leser einiges zum Stellwert der Phytotherapie in Deutschland, aber auch zu Rezeptierkunde, Pflanzeninhaltsstoffen, und Zubereitungsarten.
Der zweite Teil enthält detaillierte Steckbriefe zahlreicher Heilpflanzen. Die allermeisten Steckbriefe sind mit einen Farbbild der entsprechenden Pflanze versehen und enthalten sehr interessanten Exkurse in die Geschichte und Mytologie der Heilpflanze.
Der letzte Teil (Kap.4-15) enthält für mich das Kernstück des Buches. Hier finden sich sehr gut gegliedert Rezepturen nach Indikationen geordnet.
Besonders gelungen ist, dass hier mit nur stumpf aufgelistet , sondern in den Indikation noch einmal differenziert wird, z.B. in latente Gastritis, akute Gastritis, chronischer Reizmagen etc.

Diese Indikation decken umfassend die in einer Naturheilpraxis zu erwartenden Krankheiten oder Störungen ab und können deshalb 1 zu 1 in der Praxis umgesetzt werden.
Für mich ein überaus gelungenes Buch, das mich in meiner täglichen naturheilkundlichen Praxis bereichert.

HP Michael Herzog

Masuhr / Neumann

 

Karl F. Masuhr, Marianne Neumann:
Duale Reihe Neurologie

6. Aufl., überarb. 2007; 616 S., 350 Abb., kart.;ISBN: 9783131359469 49,95 EUR

Verlagsinfo:

Das erfolgreichste Neurologie-Lehrbuch - fundiert, übersichtlich, kompakt!

  • Die gesamte Neurologie für Vorlesung, Kurs, Semesterprüfung und Staatsexamen
  • Alles, was man in der Neurologie für schriftliche und mündliche Prüfungen wissen muss
  • Zahlreiche radiologische Abbildungen und exzellente Grafiken veranschaulichen Krankheitsbilder und Befunde
  • Viele klinische Fälle zeigen, wie die Neurologie in der Praxis aussieht
  • Integriertes Kurzlehrbuch/Repetitorium in der Randspalte erleichtert das rasche Wiederholen

Aus dem Inhalt

Ausführliche Darstellung der gesamten Neurologie

1. Teil

  • Anamnese, neurologische Untersuchung, technische Untersuchungsmethoden
  • Symptome, Syndrom und das richtige differenzialdiagnostische Vorgehen

2. Teil

  • Einzelne Krankheitsbilder: Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Erkrankungen des peripheren Nervensystems, Erkrankungen der Muskulatur, Anfallskrankheiten
  • Psychosomatik: wichtige psychische Komponenten chronischer Erkrankungen

 


Rezension

Rezension des Buches Neurologie, Dres. med. Karl F. Masuhr und Marianne Neumann, erschienen bei Thieme, Stuttgart in der Dualen Reihe MLP, 6. Auflage; 597 Seiten, kartoniert; ISBN 978-3-13-135946-9

Der erste Teil des Buches befasst sich mit der Anamnese bzgl. der wichtigsten neurologischen Symptome und den dahinter liegenden  Erkrankungen. Logischerweise schließen sich  neurologische Untersuchungsmethoden an, mit anschaulichen Tabellen, Zeichnungen und Abbildungen. Die Darstellung technischer Hilfsmittel runden die Diagnostik ab. Im zweiten Teil befassen sich die Autoren mit neurologischen Erkrankungen, die unterteilt sind in Hirn- und Rückenmarkerkrankungen, Schädigungen des peripheren Nervensystems, Muskelerkrankungen, Anfallsleiden und Psychosomatik. Sehr wertvoll sind die Beschreibungen medikamenteninduzierter neurologischer Symptome. Auch hier finden wir begleitend hervorragendes Bildmaterial. Durch einen hervorgehobenen seitlichen Rand, an dem wir Kurzzusammenfassungen finden sowie Leitmerksätze, durch gute Tabellen, Zeichnungen und Abbildungen sind wir schnell informiert. In der 6. Auflage haben die Autoren durch die Erweiterung verschiedener Kapitel dem Fortschritt in der Neurologie der letzten Jahre Rechnung getragen und das Werk auf den aktuellsten Stand gebracht. Uns liegt ein Buch vor, das Theorie und Praxis so hervorragend vereint, dass das Lesen, Verstehen und Umsetzen in die Praxis keine Schwierigkeiten bereitet. Ich bin gespannt und interessiert den Ausführungen der Autoren von  der ersten bis zur letzten Seite gefolgt. Für jeden, der sich mit der Neurologie befasst gehört das Buch zum „must have“.  Aber auch für Therapeuten, die nicht ausschließlich neurologische Patienten betreuen, ist das Buch eine wertvolle Hilfe im Dschungel neurologischer Erkrankungen sowie bei der Zuordnung deren Symptomatik.

Dr. Eva Lang

 

 

Heinz Hilbrecht: Meditation und Gehirn

 

Hildebrandt:
Meditation und Lernen

Alte Weisheit und moderne Wissenschaft Reihe Wissen & Leben

Schattauer Verlag;  Herausgegeben von Wulf Bertram; 1. korr. Ndr. 2011 der 1. Aufl. 2010. 229 Seiten, kart.; 19,95 EUR

Verlagsinfo:

Alte Weisheit im Licht der modernen Forschung

Seit über 2 500 Jahren meditieren Menschen und erleben die verblüffenden Wirkungen der Meditation auf Gehirnleistungen, den Abbau von Stress oder Ängsten und die Entwicklung der Persönlichkeit. Oft scheint Meditation geradezu Übersinnliches zu leisten. Mittlerweile sind viele dieser Phänomene durch die aktuellen neurowissenschaftlichen Methoden nachvollziehbar und können immer besser verstanden werden.

Der Naturwissenschaftler Dr. Heinz Hilbrecht meditiert selbst seit über 30 Jahren. In seinem Buch schlägt er die Brücke von den alten Traditionen der Meditation zur modernen Hirnforschung. Anschaulich und aus seinen eigenen Erfahrungen schöpfend beantwortet er Fragen w

  • Wie kann Meditation unbewusste Hirnfunktionen bewusst machen?
  • Was passiert in unserem Gehirn, wenn Qi oder Kundalini fließen?
  • Weshalb macht uns Achtsamkeitsmeditation zu empathischeren Menschen?
  • Welche Hintergründe haben Gedankenlesen, Seelenwanderungen und Nahtod-Erfahrungen bei Meditierenden?
  • Wie lässt sich Meditation zwanglos in den westlichen Tagesablauf einfügen?

Direktlink zum Verlagsinfo


Rezension

Das Vorliegene ist ein interessantes Buch.  Und eine intellektuelle Herausforderung für den Leser und die Leserin!
Dieses Buch birgt eine Fülle von neuen Erkenntnissen der Gehirnforschung. Menschen, die sich mit Meditation, Yoga, Hypnose und verwandten Aspekten und Themengebieten befassen, können sich hier auf eine wirklich spannende Entdeckungsreise begeben.

Das Werk ist durchaus verständlich geschrieben, liest sich allerdings – wie das komplexe Thema Gehirnforschung vermuten lässt – auch nicht sooo leicht.

Wer sich hier ohne vorhandenen Fundus in die Materie wagt, ist durchaus gefordert. Für mich persönlich dürften durchaus ein paar zusammenfassende Sätze oder Übersichten am Ende eines Kapitels stehen, um das Ganze etwas besser greifbar zu machen.
Es ist aber auf jeden Fall ein Buch mit vielen interessanten Details, von denen – auch ohne Übersichten und Erfahrung mit dem Gegenstand – einiges hängen und von Wert bleibt und zahlreiche kleine Aha-Erlebnisse beschert.
Für den Praktiker der Meditation ud insbesondere den Therapeuten im Bereich der Entspannung ein gutes Werk zur Unterfütterung des eigenen Tuns.

HP Ulrike Bastian

Ulusal: Recht in der Naturheilpraxis

 

S. Ulusal
Recht in der Naturheilpraxis
2011; 247 S., kartoniert ;ISBN: 9783830473541 49,95 Euro

Zu diesem Werk

Kompaktwissen für Heilpraktiker: Rechtsbeziehung Heilpraktiker versus Patient, Honorar, Mietrecht, abmahnsichere Werbung, Haftung, Heilpraktiker und Finanzamt, Steuern, der Weg zum Rechtsanwalt - diese und weitere Fragen beantwortet Ihnen dieser praxisorientierte, übersichtlich strukturierte und verständliche Leitfaden für Heilpraktiker. Zahlreiche Tipps, Checklisten, Musterformulare, Beispiele aus der Rechtsprechung und Warnungen vor "Fallstricken" erleichtern Ihnen den Praxisalltag.

  • Wie können Sie Ihr fälliges Honorar einfordern?
  • Worauf müssen Sie beim Mietvertrag achten?
  • Worauf kommt es bei Werbeformulierungen an?
  • Enthält das Impressum Ihrer Website alle nötigen Angaben?
  • Wie verhält man sich bei einer Abmahnung?

 


Rezension

Eine Praxis ist kein Hobby, sondern ein Geschäft. Bei diesem Geschäft handelt man nicht mit Spielzeugsautos, sondern geht mit einem der höchsten Güter überhaupt um: der Gesundheit des Mensch. Dass diese Bedingungen - also die professionelle Ausübung der Heilkunde - sich zum Schutz und zur Absicherung aller Beteiligtgten in einem geregelten gesetztlichen Rahmen bewegen muss, steht außer Frage.
Und doch erschreckt es, wie naiv und damit am Rande der Gesetzlichkeit manchmal Heilkunde umgesetzt wird - von Heilern, Heilpraktikern und Ärzten gleichermaßen. Die einen meinen sich freier außerhalb des Rechts zu bewegen, weil sie "ja nur so nebenher ein bisschen" akiv sind, die anderen halten es für einen Ausdruck von Professionalität, Patienten nachlässig in drei Minuten durch Anamnese, Diagnose und Therapieentscheid zu schleusen.

Da ist es gut, wenn ein Werk auf dem Tisch liegt, das die gesamte Relevanz des Gesetzes für den Heilberuf wiederspiegelt. Das Buch von Suzan Ulusal (Rechtsanwältin und Absolventin der HP-Ausbildung) präsentiert hier geballte Ladung:  Die Stichworte, die der Verlag auf dem Deckeltexte angibt (s.o.), sind lediglich der eher plakative, fast schmackhafte Teil des Inhalts. Es geht auch um Mord und Todschlag, den Verlauf von Strafverfahren, Haftungsfragen und steuerliche Aspekte. Eher sehr unangenehme oder nervige Dinge. Aber: es ist einfach gut, die Dimension der rechtlichen Vernetzungen ind en Grundzügen zu kennen bevor man behandelt und/oder sich ein Praxisschild an die Tür schraubt.

Das Buch erleichtert dieses sehr, ist umfangreich, nachvollziehbar geschrieben und übersichtlich. Freilich: ein paar Bilder und Grafiken in der Buchstabenwüste tun dem Leser eines Buch immer gut, aber dass das hier nicht zum Tragen kommt, kann man verzeihen. An einigen Stellen hätte ich mir mehr HP-relevante Beispiele gewünscht, um die formalen Darstellungen noch etwas lebendiger zu machen.

Ansonsten eine Empfehlung.

js

T. Liem: Kraniosakrale Osteopathie

T. Liem:   Kraniosakrale Osteopathie
- Ein praktisches Lehrbuch

Hippokrates; MVS Veralge Stuttgart; 5. Aufl., akt. 2009;  726 S., 488 Abb., geb.;
ISBN: 9783830454281  99,95 Euro

Verlagsinfo:

Standardwerk mit den Grundlagen der kraniosakralen Therapie:

  • Alle grundlegenden Techniken.
  • Die anatomischen Strukturen des kraniosakralen Systems.
  • Aktuelle Studien und Forschungsergebnisse.
  • Ausführliche Literaturangaben.

Direktlink zur Verlagswebsite

 

Unsere Meinung:

Das vorliegende Lehrbuch von Torsten Liem ist für jede PraktikerIn, die diese Therapieform anwendet, ein großes Geschenk.

Gute, wertvolle Bilder, ein klarer, sehr gut strukturierter Aufbau der Kapitel,
gelungene Kurzzusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels, differenzialdiagnostische Tabellen, therapeutische Hilfestellen (einzelne Muskelpartien und wie ich sie löse) – auf einen Blick – lassen keine Wünsche offen.

Ob Überblick oder Einzelfaktum: was ich nicht weiß, finde ich in diesem Buch.
So ist dieses Fachbuch ein perfektes Nachschlagewerk für StudentInnen und erfahrene PraktikerInnen.
Als einziger Wermutstropfen muss allerdings erwähnt werden, dass der Titel des Buches dem Inhalt nicht entspricht:
Behandelt wird in diesem Buch ausschließlich der kraniale Bereich; der restliche Bereich des Körpers (Thorax, Diaphragma und Sakralbereich) wird in diesem Buch nicht behandelt.
Insofern wäre ich beim Kauf dieses Buches etwas enttäuscht, versprach mir der Titel doch eine allumfassende Behandlung aller Bereich.
Der Untertitel „ Lehrbuch der kranialen Osteopathie“ wäre m. E. n. klärend und angemessen.
Beschränkt auf diesen Bereich liegt mir ein hervorragendes Fachbuch in den Händen, das ich  jederzeit und ohne Abstriche empfehlen kann.

HP Annett Kné

 

Spahn, Richter, Altenmüller: MusikerMedizin

Claudia Spahn / Bernhard Richter / Eckart Altenmüller (Hrsg.)
MusikerMedizin
Diagnostik, Therapie und Prävention von musikerspezifischen Erkrankungen
2011. 416 Seiten, 126 Abb., 16 Tab., geb.
79,00 Euro

Verlagsinfo:

Das "tonangebende" Werk der musikerspezifischen Erkrankungen

Musizieren macht Freude und hat nachweislich eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit. Mit zunehmender Professionalisierung wachsen jedoch die körperlichen und mentalen Anforderungen. Nicht zuletzt aufgrund der enormen Leistungsansprüche benötigt ein großer Anteil der professionellen Sänger und Instrumentalisten eine fundierte medizinische Betreuung.

Die Musikermedizin, ursprünglich in den USA entstanden und inzwischen in Deutschland zunehmend etabliert, berücksichtigt das gesamte Spektrum der musikerspezifischen Erkrankungen. Bedingt durch die vielfältigen Anforderungen beim Instrumentalspiel und Singen sind dabei verschiedene Körperregionen betroffen, auch psychische Probleme sind eine wesentliche Manifestation. Neben speziellen Diagnostik- und Behandlungsmodellen stehen bei der Musikermedizin insbesondere Prävention und Gesundheitsförderung im Fokus.

Die „MusikerMedizin“ schafft kompetent die Voraussetzungen zur Erkennung und Behandlung musikerspezifischer Probleme. Grundlagenkenntnisse werden didaktisch hervorragend vermittelt, spezielles Wissen anhand von Kasuistiken eindrücklich präsentiert. Ärzte und Therapeuten, die mit den spezifischen Beschwerden von Sängern und Instrumentalisten konfrontiert sind, finden hier umfassendes Wissen und Handlungsempfehlungen zu allen medizinischen Aspekten – praxisnah und multidisziplinär.

Direktlink zur Verlagswebsite

 

Unsere Meinung:

Als das Rezensionsangebot für das Buch MusikerMedizin in meiner Mail lag, war meine erste Reaktion zunächst gespalten: einerseits war ich hochinteressiert, aber mehr aus persönlichen Gründen: mittlerweile mache ich seit mehr als drei Jahrzehnten selber Musik, zwar nicht professionell, teilweise aber intensiv und gemeinsam mit BerufsmusikerInnen. Und da kenne ich das ein oder andere Zipperlein und auch schwerere Beeinträchtigungen, die mit damit zusammenhängen. Sowohl bei mir als auch bei den musikalischen MitstreiterInnen.

Andererseits dachte ich, das sei doch ein Nischenthema, was sicher nur wenige interessiere und deshalb als Rezensionsthema weniger interessant sei. Doch schon ein paar wenige Gespräche mit KollegInnen räumten die Vorbehalte aus: Musiker zählen gar nicht so selten zum Patientenkreis des Heilpraktikers. Also los:

Vor mir liegt ein solide gebundenes Buch mit knapp 400 Seiten. Beim flotten Durchblättern sehe ich viel, viel Text, der aber ab und an durch z.T. farbige Grafiken und Fotografien aufgelockert wird. Auch nehme ich gleich eingangs wahr, dass der Inhalt an vielen Stellen in vielen kleineren Absätzen organisiert ist und Kästen und Unterlegungen die Beiträge nochmals strukturieren – und damit das Erarbeiten der Materie sicher erleichtern.

Mein Leseeinstieg gestaltet sich dann jedoch erstmal etwas knorrig: die Einführung kommt nach meinem Geschmack etwas sehr akademisch daher. (Es wird sehr sauber zitiert und verwiesen, was heute ja nicht selbstverständlich ist :-), Sprachstil und Inhalt lassen zunächst vermuten, dass es hier doch primär um ein Theoretikum geht. So wird dem Abschnitt über die historische Entwicklung der MusikerMedizin ca. fünfmal soviel Raum gegeben als der winzigen Beschreibung der aktuellen Lage.).
Nachdem ich dieses erste Kapitel (und auch das Zweite zur Epidemiologie) durchstanden habe, wird’s anschaulicher: Die Diagnosehinweise und allgemeine Beschreibungen zu Behandlungsmodellen sind nicht überraschend, erwärmen aber schon einmal das Interesse des Praktikers. Und so geht’s dann auch weiter: es folgen kurze, aber sehr interessante Erläuterungen zu körperorientierten Therapieansätzen (z.B. Feldenkrais, Alexander-Technik u.ä.). Richtig spannend wird es dann, wenn die Erkrankungen thematisiert werden, die entweder aus der Musikertätigkeit resultieren oder/und sie einschränken. Hier werden gut strukturiert zahlreiche Beschwerdebilder beschrieben und Therapieansätze umrissen. (Nebenbei muss gesagt werden, dass die medizinischen Kenntnisse vorausgesetzt werden, das Buch also nicht den Laien anspricht.). Hier finden sich auch Überraschungen für mich, wie z.B. den Umgang mit Frakturen oder Sehschwächen. Aber das ist durchaus relevant! (Ich erinnere mich an einen Aufritt vor vielen Jahren, bei dem ich meinen Gips nach einer Fraktur im Daumengrundgelenk so weit zurechtstutzte bis ich spielen konnte – ohne Absprache mit einem Therapeuten und mit nachträglich schlechtem Gewissen; oder an die letzte Probe, bei der ich ohne gut sitzende Brille das Notenblatt nur als graue Masse wahrgenommen hätte.) Sehr erfreulich ist auch, dass psychische Aspekte (Auftrittsangst) sorgfältig aufgegriffen werden. Kurzum: man merkt, dass die drei Autoren als Musiker und Ärzte im Thema sind – allein die vielen Fallbeispiele machen dieses deutlich und helfen, Lebendigkeit in das Buch zu bringen.

Was aber auch zu merken ist: man dreht sich primär um den Bereich der Orchestermusiker und der Schaffenden im klassischen Bereich. Pop-, Jazz- oder Rockmusiker werden nur am Rande berücksichtigt. Da es davon aber auch etliche gibt, die z.B. spezifische Haltungsschäden (etwa durch schwere oder ungünstig balancierte Gitarren), Atemwegsprobleme durch Nebelanlagen oder in verrauchten Jazzclubs, Schlaf- oder Hörstörungen als Tontechniker, Zwerchfellläsionen beim Schlagzeuger durch spezifischen Sitzen etc. mitbringen, ist diese Tatsache ein klares Minus in diesem Buch.

Aber es ist, wie die Autoren es auch darstellen: die MusikerMedizin ist noch nicht so etabliert wie etwa die Sportmedizin; und was wir hier in dieser Buchauflage noch nicht finden, kann ja noch kommen.

Fazit: lesenswert und für jemanden, der in einer Stadt mit eigener Oper und/oder Orchester praktiziert, sicher eine wichtige Empfehlung!

js

 

 

Körner, Schareina: Nahrungsmitelallergien

U. KörnerA. Schareina

Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten
in Diagnostik, Therapie und Beratung

2010; 303 S., 23 Abb., kartoniert ; ISBN: 9783830473886
49,95  EUR

Verlagsinfo:

Verstehen statt auswendig lernen

Das Buch bietet Ihnen medizinisches Basiswissen und den gesamte Prüfungsstoff in überschaubaren Einheiten:
Mit den Kapiteln:

  • Terminologie: Alle wichtigen Begriffe sind erklärt (Herkunft, Aussprache, Abkürzung etc.). Alles über Körperebenen, Lagebezeichnungen, Achsen und Bewegungsrichtungen
  • Chemie/Biochemie: Keine Angst vor Überinformation! Der Autor sagt Ihnen, worauf es ankommt und bringt Ihnen selbst diese Fächer verständlich und spannend bei
  • Zytologie/Histologie: Vom Aufbau der Zelle über Zellzyklus und Zellteilung. Alle Gewebearten ausführlich beschrieben und erklärt, so dass Sie auch dieses Thema sicher beherrschen
  • Allgemeine Pathologie: von den sicheren Todeszeichen bis hin zu Vererbung, Entzündung und Neubildungen wird auf alles eingegangen



Unsere Meinung 

Das Buch informiert mit 23 Abbildungen und 62 Tabellen über 295 Seiten umfassend und wissenschaftlich sehr fundiert (toll, jede Aussage mit Quellenangabe!) über die verschiedenen Formen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU). Allgemeine Grundlagen zur Begriffsbestimmung und Abgrenzung der Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten sowie deren Pathogenese werden genau beschrieben.

Der Leser wird über den aktuellen Wissensstand im Hinblick auf Zöliakie, Histaminintoleranz und diversen Kohlenhydratunverträglichkeiten informiert. Darüber hinaus erfährt er die neusten EU-Richtlinien zur Allergenkennzeichnung und Deklarationspflicht seitens der Lebensmittelindustrie.

Das Buch zeigt sehr detailliert auf, welche v.a. schulmedizinischen Möglichkeiten dem BehandlerIn zur Verfügung stehen um zu einer sicheren Diagnose zu kommen. Alternative Diagnosemethoden werden dabei allerdings nur kurz erwähnt. Darüber hinaus werden therapeutische Möglichkeiten aufgezeigt (inklusive Notfallmanagement) die bei der Therapie von NMU zum Einsatz kommen u.a. Antihistaminika, Formen der Hyposensibilisierung und Enzyme. Naturheilkundliche Therapiemöglichkeiten wie z.B. TCM, Homöopathie, Bioresonanz werden leider dabei nur kurz beschrieben.

Die häufigsten NMU werden im Einzelnen detailliert besprochen in Bezug auf Risikogruppen, wichtige Anamnesefragen, typische Symptome, sinnvolle Diagnoseschritte und notwendige differentialdiagnostische Überlegungen. Nützliche vorgefertigte Ernährungslpläne und Fallbeispiele runden das Ganze ab.

Die praxiserfahrenen Autorinnen geben viele gute Tipps für die Ernährungsberatung Betroffener. Darunter zahlreiche Einkaufstipps wie z.B. wichtige Hinweise zu Zutatenlisten, versteckten Allergenen, zu möglichen Kreuzreaktionen oder auch Zubereitungstipps wie z.B. Möglichkeiten für einen küchentechnischen Eiersatz etc. Außerdem gibt’s Tipps zum Außer-Haus-Verzehr.

Die Autorinnen haben bei notwendigen Eliminationsdiäten bzw. Allergenkarenz immer die Nährstoffbedarfsdeckung der Patienten im Blick und geben auch dahingehend wertvolle Hinweise um Defizite vorzubeugen (ein wichtiger praktischer Aspekt!). Auch der Frage über die Notwendigkeit von NEM wird nachgegangen.

Alles in Allem finde ich das Buch sehr hilfreich und wertvoll für KollegenInnen und Ernährungsfachkräfte, die spätestens in der Praxis mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Thema Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten konfrontiert werden.

Trotz der vielen praktischen Aspekte finde ich dieses Fachbuch als Empfehlung für betroffene Patienten weniger geeignet.

HP Dagmar Wolf

U. Bühring, H. Ell-Beiser, M. Girsch Arbeitsheft moderne Heilpflanzenkunde

U. Bühring, H. Ell-Beiser, M. Girsch

Arbeitsheft moderne Heilpflanzenkunde
Wirkstoffgruppen, Indikationen, Anwendungen

 
2010; 145 S., 27 Abb., brosch.; ISBN: 9783830473718
29,95 EUR

Verlagsinfo:

Für Einsteiger und Fortgeschrittene: Das Arbeitsheft zum "Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde": anhand kommentierter Aufgaben prüfen und vertiefen Sie Ihr Wissen aktiv, nachhaltig und mit Spaß.

Didaktisch gut aufbereitet und ansprechend illustriert bietet Ihnen das Heft eine wichtige Unterstützung beim Lernen oder Nachbearbeiten wichtigster und schwieriger Lerninhalte, z.B. der Wirkstoffgruppen.

Direktlink zur Verlagswebsite


Unsere Meinung:

Der Titel des vorgestellten Buches sagt sofort, worum es geht: hier liegt kein Lehrbuch vor, sondern ein Werk, mit dem Sie als Leser gefragt sind. Vielleicht sollte ich nicht "Leser" sagen, sondern "Lernender". Denn das "Arbeitsheft Moderne Heilpflanzenkunde" zielt darauf hin, Erlerntes zu vertiefen und den Lernerfolg einer Selbstüberprüfung zu unterziehen. Aber nicht nur SchülerInnen in der Phytotherapie werden ihre Freude daran haben, sondern durchaus auch alte Hasen, die mal schauen wollen, ob ihr Wissensstand den aktuellen Erkenntnissen entspricht. Auch insofern ist der Titel des Buches wegweisend.

Die drei Autorinnen arbeiten allesamt an der Freiburger Heilpflanzenschule, wobei Ursel Bühring u.a. als Gründerin der Schule sowie als Autorin über großes Renomee in der Phytotherapie verfügt. Auf ihrem "Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde" beruhen die Inhalte dieses Werkes, was sich in diesem Sinne als Ergänzung dazu versteht, aber auch durchaus unabhängig hiervon zu nutzen ist.

Wie ist es denn nun nutzbar? Was ist drin? Schon beim raschen Durchblättern sieht man, dass sich die Autorinnen bemüht haben, das Wissen des Nutzers vielfältig zu locken: Ankreuzaufgaben, zu füllende Überblickstabellen und Bildaufgaben wechseln sich ab mit Lückentexten und sogar hier und da einem Kreuzworträtsel zu ausgesuchten Themen. Das kann Spaß machen.

Die Themen sind nach Organsystemen strukturiert, wobei neben einigen wichtigen Erkrankungen zentrale Inhaltsstoffe zum Gegenstand der Aufgaben gemacht wurden. Aufgabenstellungen und Lösungen machen jeweisl die Hälfte des Buches aus.
Ein Heilpflanzenverzeichnis (reziprok deutsch/latein) mit intergiertem Index rundet das Buch ab.

Ein nettes und gleichzeitig fundiertes Werk zum Lernen, Auffrischen und Üben!

js

 

J.C. Rüegg: Mind & Body

Johann Caspar Rüegg
Mind & Body  Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst
Wissen & Leben Herausgegeben von Wulf Bertram

2010. 168 Seiten, 6 Abb., kart.; 14,95 Euro

Verlagsinfo:

Welchen Einfluss hat Erlebtes auf das Gehirn? Wie wirken Gehirn und Psyche auf die Gesundheit? Können bewusstes Denken und Verhalten gesund machen? Diese faszinierenden Fragen beantwortet der bekannte Heidelberger Physiologe Johann Caspar Rüegg in dieser Anthologie auf unterhaltsame und geistvolle Weise.

Heute wissen wir, dass bei der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen wie chronische Schmerzen oder Angst- und Panikstörungen neben biologischen Faktoren auch Stress und traumatische Erfahrungen eine wesentliche Rolle spielen. Wissenschaftlich fundiert und verständlich zeigt Johann Caspar Rüegg auf, dass man diese komplexen Wechselwirkungen zwischen „mind“ und „body“ gezielt nutzen kann: Neue Denk- und Verhaltensweisen, aber auch spirituelle Erfahrungen wie Meditation können Veränderungen hervorrufen, die wiederum über unsere Psyche auf den Körper wirken – denn: Gesundheit beginnt im Kopf!

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Unsere Meinung:

Das vorliegende Buch ist in gewisser Weise ein besonderes: es ist Ratgeber, wissenschaftlicher Bericht, Unterhaltungslektüre und Therapiehelfer in einem. Nun mag man das auch negativ formulieren und sagen, es sei „weder Fleisch noch Fisch“. Aber das wird der Güte des mit 130 Seiten überschaubaren Werks nicht gerecht. Zudem ist das m.E. auch ein Ziel der „Wissen & Leben“-Reihe des Verlages.

Der Autor Johann Caspar Rüegg befasst sich mit den Zusammenhängen von Gehirn und Gesundheit und den damit verbundenen Chancen für biologisch fundierte psychosomatische und psychiatrische Therapien.

Dazu vermittelt er eingangs neurologisches Wissen, das den Laien ad hoc überfordern dürfte und durchaus Grundwissen über das Gehirn und seinen Stoffwechsel erfordert. Trotz einwandfreier wissenschaftlicher Belegung seiner Thesen geht es aber auchum „Neurophilosophie“, zu der man einen Zugang, eine Zuwendung haben muss, um das Buch zu mögen. Dann aber beschreibt der Autor wunderbare Aspekte in einer (akademisch-)spritzigen Art und Weise: über die Beeinflussung von Stoffwechsel und damit Gefühlen durch Körperhaltung, über die Löschung von durch Traumata eingebrannter Spuren, über die mentale Überwindung von Schmerz, über die rasche Veränderung u.a. der genetischen Information als Anpassung an aktuelle (auch soziale) Anforderungen.

Die Kenntnisse liegen teilweise bereits lange vor und werden auch in der Praxis genutzt – Rüegg untermauert das bislang mehr Erahnte als Gewusste durch klare Fakten. Dabei erleichtern sein Sprachstil und einige (schwarz-weiße) Grafiken das Verständnis und die Leselust.

Fazit: Wenn man sich einerseits auf die „Neurophilosophie“ einlässt und andererseits die wissenschaftliche Schreibe nicht scheut, dann ist das Buch so, wie ich es im ersten Satz umschrieben habe.
Ich hatte das Rezensionsexemplar in den Urlaub mitgenommen – und es wurde trotz gewichtigem Inhalts zur angenehmen Lektüre.

js

 

Volker Schmiedel: QuickStart Nährstofftherapie

V. Schmiedel:  QuickStart Nährstofftherapie

2010; 256 S., 110 Abb., kartoniert ; ISBN: 9783830454328
39,95 EUR

Verlagsinfo:

Leicht und zeitsparend: Ihr Einstieg in die orthomolekulare Therapie auf der Basis einer ausgewogenen Ernährung.

Lernen Sie die wichtigsten Nährstoffe kennen - ergänzt durch weitergehende Ernährungstipps und Empfehlungen für andere Nahrungsergänzungen.

  • Die Kapitel konzentrieren sich auf das Wesentliche und liefern Ihnen nur die relevanten Infos.
  • Lebendige und leicht verständliche Darstellung mit zahlreichen Abbildungen.
  • Mit konkreten Therapieempfehlungen für bewährte Indikationen - damit Sie Ihr Wissen sofort umsetzen können.

Direktlink zur Verlagswebsite


Unsere Meinung:

Der Quickstarter weckt in mir ambivalente Gefühle – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Aber immerhin: wenn ein Fachbuch Emotionen anrührt, dann geht es nicht an einem vorbei oder reiht sich nicht nur ein in die lange Schlange an Informationen, die man aufnimmt und dann irgendwie vernetzt ohne sich der einzelnen Stränge irgendwann noch einmal zu erinnern.

Aber kommen wir zur Sache – was macht diese Ambivalenz aus?

Es ist zum einen der erste Eindruck. Das Buch wirkt gut aufgemacht, übersichtlich, optisch ansprechend. Ich bekam sofort Lust, darin zu blättern und zu stöbern. Das ist wichtig, finde ich – ein graues Bleiwüstenwerk lege ich schnell zur Seite, weil es die Lust am Lesen spontan nicht nährt. Hier finde ich farblich abgesetzte Hinweise und schnell auszumachende Zusammenfassungen, eine klare Seitenstruktur und eine attraktive Bebilderung. Aber genau diese Bilder stören mich nach einer gewissen Zeit. Denn man sieht Agenturbilder: aalglatt, perfekte Menschen, Produkte von Foodstylisten – so, wie sie zu finden sind in Ratgebern, auf Websites von Krankenkassen oder Unternehmen, die Wellness-Produkte feilbieten. Es ist (wie gesagt) eher eine Emotion, die da angesprochen wird: mir fehlt da ein wenig die Authentizität der Illustrationen, vielleicht auch der dröge Ausdruck von Fachlichkeit. Das Outfit wirkt sehr populärwissenschaftlich.

Aber das ist sehr subjektiv und stellt auch nicht den Inhalt in Abrede. Und der ist sicher der wichtigste Punkt bei einem Fachbuch. Bevor ich aber darauf komme, will ich noch einen Aspekt ansprechen, der bei mir zwiespältige Reaktionen aufwirft: der „Schreibe“ des Autors ist anzumerken, dass er engagiert im Thema ist. Das ist natürlich erstmal gut, weil es wieder Authentizität vermittelt. Andererseits nehmen teilweise persönliche Anspielungen und Meinungen der Objektivität etwas "Butter von der Stulle".

Zum Inhalt: Für Einsteiger ist das Buch sicher ein Fundus mit vielen, vielen gut aufbereiteten Informationen. Die sind so zahlreich, dass man sich aber auch erst einmal in das Buch eindenken muss. Dann jedoch eröffnet sich dem Leser auch ein Praxishelfer - vor allem durch die zahlreichen Therapiehinweise. Die bedeutensten Nährstoffe sind gut beschrieben, zahlreiche wichtige Indikationen sind berücksichtigt und der Autor geizt nicht mit der Weitergabe von Erfahrungen aus der Praxis - auch im Hinblick auf die in diesem Zusammenhang oft kritische Compliance von Patienten.

Also: Insgesamt ein wertvolles Buch!

js

 

O.Ploss: Moderne Praxis bewährter Regulationstherapien

Oliver Ploss: Moderne Praxis bewährter Regulationstherapien
Entgiftung und Ausleitung, Säure-Basen-Haushalt, Darmsanierung

2. Aufl., akt. 2010; 144 S., 10 Abb., brosch; ISBN: 9783830473152; 29,95 Euro

Verlagsinfo:

Chronisch Kranke gehören zur Hauptklientel der Heilpraktiker-Praxen. Und da die Regulationstherapien keine reine Symptombekämpfung bedeuten, sondern an der Basis ansetzen, lassen sich die Therapieerfolge mit der richtigen Kombination wesentlich verbessern.
Das Buch bietet Ihnen erstmals die Kombination der drei wichtigsten und bewährten Regulationstherapien der modernen Naturheilpraxis: Darmsanierung, Entgiftung und Ausleitung und Therapie des Säure-Basen Haushaltes.

  • Mit Wirkmechanismen und konkreten umfangreichen Therapieschemata für häufige und vor allem chronische Erkrankungen.
  • Hinweise auf praxiserprobte und bewährte Präparate unterstützen Sie bei der direkten und unkomplizierten Umsetzung.

Direktlink zur Verlagswebsite


Unsere Meinung:

Das Buch biete einen grundlegenden Einblick in die wesentlichen Säulen der Naturheilkunde -  Entgiftung und Ausleitung, Säure-Basen-Haushalt und Darmsanierung.

Der Autor gibt einen guten Überblick über die vielen, verschiedenen Therapieansätze im Bereich der Regulationstherapien, die sich vor allem bei chronischen Erkrankungen in der Praxis bewährt haben.

Kein dicker Schinken , leicht zu lesen, der Autor beschränkt sich auf Wesentliches. Er  übermittelt sehr differenziert ein gutes Verständnis über die Wichtigkeit eines vitalen Bindegewebes (Pischinger Raum), des Säure-Basen-Gleichgewichts und einer gesunden Darmflora. Er stellt alle praxisrelevanten Ausleitungs- und Entgiftungsmöglicheiten vor, geht auf Indikationen ein und beschreibt deren Anwendung. Und er zeigt Möglichkeiten der mikrobiologischen Therapie auf.

Konkrete Therapieschemata für die wichtigsten, in der Praxis häufig vorkommende chronischen Erkrankungen  (im letzten Kapitel -  über 40 Seiten) zeigen insbesondere für Berufseinsteiger gute, bewährte medikamentöse Therapieansätze auf. Die vorgeschlagenen Präparate diverser Firmen sind mir persönlich zu undifferenziert und wiederholen sich häufig. Ich hätte mir hier eine größere Auswahl an Präparaten gewünscht. Hilfreich sind die zusätzlich zu den Basistherapien gegebenen Anregungen für Begleit- und Folgetherapien. Auch die Hinweise zu Medikation von Säuglingen und Kleinkindern.

Für interessierte Laien, für Berufseinsteiger, Neulinge in die Naturheilkunde ein super Buch.

Wer sich allerdings tiefer in die vorgestellten Therapieverfahren einarbeiten möchte, sollte auf weiterführende Literatur zurückgreifen.

HP Dagmar Wolf

Pott, Domagk, Holtmann, Sahm: Palliativmedizinische Gastroenterologie

Gerhard Pott / Dirk Domagk / Martin Holtmann / Stephan Sahm (Hrsg.)

Palliativmedizinische Gastroenterologie
Diagnostik und Symptomkontrolle

2010. 158 Seiten, 29 Abb., 30 Tab., geb.; 39,95 EUR

Verlagsinfo:

Ärztliches Handeln zwischen Machbarkeit und Menschlichkeit

Lebensqualität – vor allem die Schmerzfreiheit – aufrechtzuerhalten, steht bei der medizinischen Versorgung eines Palliativkranken unbestritten im Vordergrund. Oft müssen Ärzte und Pflegende jedoch zwischen der technischen Machbarkeit und dem Nutzen eines Behandlungsansatzes wie u.a. des endoskopischen Eingriffes entscheiden. Das Autorenteam um Gerhard Pott widmet sich den Besonderheiten der gastroenterologischen Symptomkontrolle, die eine große Rolle in der Palliativbehandlung einnimmt. Zudem gibt das Buch einen Einblick in die zentralen Fragen der medizinischen Ethik sowie in den aktuellen Stand der Forschung und Vergütung palliativmedizinischer Leistungen

www.schattauer.de/shop/product_info.php/info/p540_Palliativmedizinische-Gastroenterologie.html/XTCsid/8455f1a779feb7ffffcb54ec07ce73c4


Unsere Meinung:

Ein "Ärztebuch" für Heilpraktiker? Keine Frage: Kooperationen, Patientenwechsel und flankierende Therapien bedürfen des gegenseitigen Verständnisses. Und das wird hier gefördert:

Das Buch gibt einen guten Einblick in den palliativmedizinischen Praxisalltag. Die wichtigsten gastroenterologischen Symptome, die häufig bei Palliativpatienten auftreten, wie z.B. Anorexie, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsstörungen, Aszites, Blutungen etc. werden im Einzelnen hinsichtlich Ursachen und Diagnostik praxisnah besprochen und es werden therapeutische Optionen seitens der Schulmedizin aufgezeigt. Machbarkeit und Nutzen lebensverlängernder Maßnahmen werden dabei kritisch abgewogen. Fallbeispiele am Ende jedes Symptom-Kapitels runden das Ganze ab.

Die erfahrenen Autoren geben darüber hinaus einen Einblick  in operativ-endoskopische Techniken, in allgemeine Regeln der Schmerztherapie ,  geben wertvolle Hinweise zum Thema Patientenverfügung und stellen sich ethischen Fragen.

Das Buch bietet hier eine gute Hilfestellung  im Fall eines fortgeschrittenen Krankheitsverlaufs über den Nutzen beschwerdelindernder bzw. lebensverlängernder Therapiemaßnahmen zu entscheiden.

Ein gutes Buch für HeilpraktikerInnen mit dem Schwerpunkt komplementäre Onkologie, die ihre Patienten und deren Angehörigen angemessen über sinnvolle schulmedizinische Therapieverfahren am Lebensende beraten möchten.

HP Dagmar Wolf

Matejka, Rainer: Ausleitende Therapieverfahren

 

Matejka, Rainer: Ausleitende Therapieverfahren


ISBN: 978-3-437-55662-3 3. Aufl. 2009
304 Seiten, 8 farb. Abb., Kartoniert     41,95 Euro

Direktlink zur Verlagsinfo: http://shop.elsevier.de/978-3-437-55662-3

Verlagsinfomation: 

Das Lehr- und Praxisbuch stellt die Grundlagen und Durchführung aller ausleitenden Verfahren dar. Es ist ein unverzichtbarer Begleiter in der naturheilkundlichen Praxis.
Gegliedet in vier große Abschnitte bietet es:

  • Grundlagen der Humoraltherapie
  • Systematische Darstellung der verschiedenen ausleitenden Therapieverfahren: Entwicklung, Grundlagen, Wirkweise, Indikationen, Kontraindikationen und exakte Durchführung Schritt-für-Schritt
  • Praktische Anwendung bei über 50 Krankheitsbildern mit Falldarstellungen

Ein vierfarbiger Bildteil illustriert anschaulich die Anwendung.
Neu in der 3. durchgesehenen Auflage:

  • Überarbeitung und Ergänzung der Arzneimittelempfehlungen
  • Aktualisierter Adressteil


Unsere Meinung:

Als die erste Auflage „Ausleitende Therapieverfahren“  2000 erschien, freute sich der in der Praxis tätige Kollege über dieses Werk aus verschiedenen Gründen:

Zum einen lag mit diesem Buch eine Arbeit vor, die die Fülle der Ausleitenden Verfahren systematisiert und auf das Wesentliche beschränkt, gut für die Praxis umsetzbar präsentierte.
In der Art der Präsentation merkte man schnell, dass hier ein Praktiker die Feder führte, da von allen spekulativen Einsatzmöglichkeiten des Ausleitungsverfahren Abstand genommen wurde. Nur die Indikation, die wirklich erfolgversprechend sind, wurde erläutert.
Zu anderen erfrischte es den Leser,  immer wieder Erklärung zur Wirksamkeit der Verfahren unter schulmedizinischen Aspekten zu hören und somit den Boden der reinen Empirie etwas verlassen zu können.

Heute liegt bereits die 3. Aufl. vor. Sie wurde weiter systematisiert. Es finden sich zahlreiche sehr gute bildliche Darstellungen zu den Verfahren.
Besonders zu erwähnen ist der Indikationsteil im 3. Kapitel. Hier findet man auf dem neusten Stand das Wichtigste zum Einsatzgebiet der alten Verfahren.

Leider ist das Buch für die Kitteltasche zu großformatig, gehörte aber eigentlich in die jedes Praktikers. Prädikat: sehr empfehlenswert.

Michael Herzog

Pietrzik, Golly, & Loew: Handbuch Vitamine

Handbuch Vitamine
Für Prophylaxe, Therapie und Beratung

Pietrzik, Klaus; Golly, Ines; Loew, Dieter
ISBN: 978-3-437-55361-52007   624 Seiten, 62 s/w Abb., 90 farb. Tab., Pappband   51,95 Euro

Verlagsinfo:

Vitamine und vitaminähnliche Stoffe ausführlich dargestellt. Sie erfahren alles Relevante über Vorkommen, Bedarf, Funktion, Symptomatik bei Mangel ebenso wie über Chemie, biochemische Funktionen etc.

  • Praktisches Wissen über Bedarf, Bedarfsdeckung, klinische Symptomatik und Anwendungsgebiete und Indikationen
  • Konkrete Informationen, wann Sie Vitamine zur Prophylaxe oder zur Behandlung einsetzen - mit aktuellem Wissen über Tageshöchstmengen
  • Klare Abgrenzung zwischen Vitaminen als Arzneimittel vs Lebensmittel

 


Unsere Meinung:

Die Autoren gehen in  Einzelbeschreibungen sehr ausführlichen auf die 14 Vitamine ein. Beschrieben werden u. a. Vorkommen, Stoffwechsel, Pharmakokinetik, biochemische Funktionen, Bedarf und Bedarfsdeckung sowie klinische Manglsymptome.

Überaus hilfreich für die Praxis sind Aussagen zu einzelnen evidenzbasierten  Anwendungsgebieten, Nebenwirkungen, Toxikologie, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen. Dazu werden zahlreiche aktuelle nationale und internationale Studien zitiert und kritisch diskutiert.
Der Leser kann sich so seine eigene Meinung bilden über Sinn und Unsinn orthomolekularmedizinischer Indikationen von Vitaminen zur Prophylaxe und Therapie diverser Erkrankungen.

In der Gesamtbetrachtung ein sehr ausführlich ausgearbeitetes,  ernährungsmedizinisch überaus fundiertes Nachschlagewerk mit hohem wissenschaftlichem Anspruch.
Weniger geeignet erscheint es mir als schneller Informationsfundus im Praxisalltag.

Das Vitaminlexikon „Handbuch Vitamine“ ist empfehlenswert als Nachlagewerk für die Praxis im Bereich Orthomolekularer Medizin, zur Wissensvertiefung für Fachkräfte wie Ernährungswissenschaftler, Ärzte, Heilpraktiker oder Apotheker und für Interessierte an der Vitaminforschung.

Dagmar Wolf, HP, Dipl.Oecothrophologin

Casagrande: Praxis der Spagyrik

C. Casagrande: Praxis Spagyrik  Nach Alexander von Bernus

2009; 202 S., 47 Abb., 177 Tab., kart.;
ISBN: 9783830492078 ; 49,95  €

Verlagsinfo:


Verständliches Einsteigerbuch in die moderne Praxis der Spagyrik. Sofort umsetzbare Therapiekonzepte mit Erläuterungen zu Wirkmechanismen und zur Auswahl der Mittel für bewährte Indikationen - in Kombination mit anderen Naturheilverfahren.

  • Verständliche und zeitgemäße Darstellung.
  • Die wichtigsten Grundlagen zur Spagyrik.
  • Der Schwerpunkt liegt auf der Praxis.
  • Therapie mit bewährten Solunaten (konkrete Angaben zu Mittelwahl und Dosierung).
  • Kapitel über ergänzende komplementärmedizinische Methoden

Direktlink: www.medizinverlage.de/detailseiten/9783830492078.html

 


Unsere Meinung: 

Die Einleitung des Buches besteht aus einer kurzen aber gut verständlichen Einführung in die Spagyrik, die auch für Neueinsteiger gut geeignet ist.

Begriffliche Erläuterungen werden hier ebenso berücksichtigt, wie eine kurze Einführung in die Philosophischen Grundlagen, die für das Verständnis der Spagyrik wichtig sind.

Der größte Teil des Buches besteht allerdings aus einem sehr übersichtlich gestaltetem Praxisteil, der ausführlich auf die einzelnen Behandlungsstrategien bei verschiedenen Erkrankungen eingeht.

Es wird direkt eine Auswahl an Mitteln zur Hand gegeben, die bei den jeweiligen Erkrankungen in Betracht kommen. Deren Wirkmechanismen werden erläutert und teilweise mit Hinweien auf andere naturheilkundliche Therapien die in dem jeweiligen Fall angezeigt sind ergänzt.

Dieses Buch ermöglicht es die Spagyrik als Therapie sofort in die eigene Praxis zu integrieren, auch wenn man noch Neuling auf diesem Gebiet ist.

Alles in allem ein sehr zu empfehlendes Buch, welches einerseits dazu beiträgt das Interesse an der Spagyrik zu wecken und andererseits durch die vielen Praxisbeispiele die Möglichkeit an die Hand gibt dieses Interesse in der eigenen Praxis weiter zu vertiefen.

HP Britta Hammen

Leitfaden Naturheilkunde Schmiedel/Augustin (Hrsg.)

Leitfaden Naturheilkunde
Methoden, Konzepte und praktische Anwendung
Schmiedel, Volker (Hrsg.); Augustin, Matthias (Hrsg.)

ISBN: 978-3-437-55132-1 5. Aufl. 2007;  1.184 Seiten, 87 farb. Abb., Kst./PVC

64,95 Euro (D) / 66,80 Euro (A) / 100,00 SFr (CH/UVP)
inkl. gesetzl. MwSt., versandkostenfrei (D).

Verlagsinfo:
Dem Einsteiger bietet der Leitfaden Orientierung, der Praktizierende erhält wertvolle Tipps für individuelle therapeutische Strategien. Neu in der 5. Auflage:
- Weitere Therapieverfahren, die sich mehr und mehr durchsetzen
- Spezielle Therapiekonzepte für Krankheiten wie Chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie etc.

Direktlink: 
http://www.elsevier.de/artikel/1082086

 


Mit dem Leitfaden Naturheilkunde hat man einen Wälzer von nahezu 1200 Seiten in der Hand. Das Format und der Kunststoffumschlag machen das Buch jedoch durchaus gut handhabbar, was für einen Leitfaden ja eigentlich unabdingbar, aber leider nicht immer selbstverständlich ist. Die beiden Herausgeber haben Beiträge zahlreicher AutorInnen zu einem Buch zusammengefasst, welches durchaus den Titel "Standardwerk" oder eben "Leitfaden" verdient.  Was sie im Vorwort betonen, nämlich ein "offenes, von vielen Autoren verfasstes Werk" veröffentlichen zu wollen, das "überwiegende Verfahren wiedergibt, die auf der Erfahrungsheilkunde beruhen und nur in seltenen Fällen durch wissenschaftliche Studien belegt sind" spiegelt sich deutlich wider: Das Gros des Buches beschreibt über 80 Therapieverfahren - von der Akupunktur über die Eutonie und das Pendeln bis zur Thermographie.
Teilweise sind Abbildungen zur Verdeutlichung der Funktionsweise eingearbeitet.
Die Beschreibungen sind jeweils so lang wie nötig, aber auch so übersichtlich wie möglich angelegt und eröffnen einen guten Einblick in Wirkungsweise, Indikationen und Grenzen der Therapien.

In einer gelungenen Übersicht über wichtige Krankheitsbilder werden die praktischen Anwendungen nochmals anwenderfreundlich aufgegriffen.
Ergänzend runden Kapitel zum Notfallmanagement, Übersichten zu naturheilkundlichen Arzneimitteln, hier insbesonder Phytotherapeutika und Homöopathika sowie ein ausfürlicher Teil zur Umweltmedizin den "Werkzeugkasten" ab, den der Leitfaden anbietet.  Schön ist auch eine  knappe, aber  doch interessante Chronologie der Naturheilkunde in den  letzten 200 Jahren.

Mich selbst stört lediglich, dass teilweise mitten auf einer Seite ein neuer Abschnitt beginnt anstatt dem Auge beim Lesen mal ein wenig Luftigkeit zu gönnen - die dazu vielleicht notwenigen 30 Seiten hätten "den Braten auch nicht mehr fett gemacht". Aber die Ballung ist ja bei Nachschlagewerken durchaus auch charakteristisch...

Fazit:
Für den erfahrenen Therapeuten, der bereits klar entschieden hat, mit welchen Diagnose- und Therapieverfahren er arbeitet, bietet der Leitfaden einen Blick über den Tellerrand und möglicherweise neue Impulse.

Für den Einsteiger ist der Leitfaden zur Orientierung und Einordnung der Therapieverfahren sicher eine sehr wertvolle Hilfe - das gilt sowohl für den Schulmediziner als auch für den Heilpraktiker.
js

Handbuch Naturheilkunde

Elvira Bierbach und Michael Herzog (Hrsg.)
bei Urban & Fischer / Elsevier
2005. 1.152 S., 15 farb. Abb., geb.
€ (D) 64,- / € (A) 65,80 / sFr 98,-
ISBN 978-3-437-56520-5

Ein wertvoller und umfangreicher Begleiter im Praxisalltag:

  • Naturheilkundliche Behandlungsstrategien: Methoden-übergreifende Basiskonzepte, Therapiekonzepte für spezielle Krankheitsbilder
  • Empfehlungen zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen
  • Klinisches Wissen zur sachgerechten Beurteilung der schulmedizinischen Diagnostik und Therapie
  • Zahlreiche Rezepturen sowie bewährte Therapiestrategien namhafter Experten, Tipps für Patienten

Weitere Infos und Direktorder:  http://www.elsevier.de/artikel/1027528

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Bach: Sprechende Gesichter

Sprechende Gesichter
Erkenne das Antlitz und hilf dem Körper
H.-D. Bach

BIO Ritter Verlag, 221 Seiten, 60 Farbfotos, gebunden, € 22,50.


Verlagsinfo:
Breite, schmale, blasse oder unterschiedlich dicke Lippen - was steckt dahinter? Was ist an Nase, Kinn, Ohr, Mund, Stirn oder Pupille zu erkennen? Welchen Einfluss haben Jahreszeiten auf Krankheiten? Was bestimmt unsere Ausstrahlung?
Der bekannte Fachautor und Heilpraktiker H.-D. Bach hat in jahrelangen Studien faszinierende Antworten auf diese Fragen gefunden. In unzähligen Vorträgen gab er seine Erkenntnisse an Fachleute weiter. Nun haben auch Nichtmediziner die Chance, anhand der Zeichen im Gesicht mehr über ihre gesundheitliche Verfassung, über ihre genetische Veranlagung und ihr Seelenleben zu erfahren. Oft genügt schon ein einziger Blick in den Spiegel, um Bescheid zu wissen!
Ist eine Krankheit erkannt worden, so helfen die biologischen Therapie-Empfehlungen ziel gerichtet weiter. Auch unbeachtete Symptome wie Mittagsmüdigkeit oder schlechtes Sehen werden entschlüsselt.

Dehmlow: Ozon-Therapie

 

Sauerstoff-Ozon-Therapien

Dehmlow, Ronald;
Unter Mitarbeit von Kämper, Siegfried; Schöbe, Henrik; Unternährer, Beat

ISBN: 978-3-437-57780-2 2007 176 Seiten, 18 farb. Tab., Kartoniert Buch
42,95 Euro (D) / 44,20 Euro (A) / 66,00 SFr (CH/UVP) inkl. gesetzl. MwSt., versandkostenfrei (D).

Verlagsinfo:

Sauerstoff und medizinisches Ozon werden bevorzugt zur Behandlung von Sauerstoffmangelzuständen und -erkrankungen eingesetzt. Eine Domäne der lokalen Ozontherapie liegt zudem in der Wundbehandlung. "Sauerstoff- und Ozontherapien" informiert Sie grundlegend über Entwicklung, Stellenwert und Durchführung der verschiedenen Therapieformen. Das Buch benennt zudem differenziert die pathophysiologischen Zusammenhänge und reflektiert die Therapieformen im Kontext der komplementären integrativen Medizin. Aus dem Inhalt:

  • Biochemie und physiologische Funktionen von Sauerstoff, Ozon sowie von sauerstoff- und ozonangereichtertem Eigenblut
  • Entwicklung und Durchführung der Sauerstoffterapie, der lokalen Ozontherapie, der Großen bzw. Kleinen Ozon-Eigenblut-Therapie (GEB, KEB) sowie der Ultraviolett-Bestrahlung des Bluts (UBV) und der Hämatogenen Oxidationstherapie (HOT)
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Therapieverfahren
  • Therapieschemata zur Behandlung spezieller Krankheitsbilder
 

 

 

Christian Hagena: Grundlagen der Terlussologie

Grundlagen der Terlusollogie
Praktische Anwendung eines bipolaren Konstitutionsmodells

3., akt. Aufl. 2009;  182 S., 76 Abb., kart.;   Preis: Euro 34,95 


Verlagsinfo:

Terlusollogie ist eine neuere Konstitutionslehre. Sie unterteilt die Menschen in zwei Konstitutionstypen: den so genannten solaren und den lunaren Typ. Die Zuteilung erfolgt nach der Geburtszeit, je nachdem, ob zu dieser Zeit die Sonne oder der Mond den stärkeren Einfluss hatten.

Was bewirkt die Methode?
Nach der Berechnung des Atemtyps lassen sich Störungen oder Krankheiten mit Hilfe speziell entwickelter körperlicher Übungenund typengerechter Ernährung lindern. Außerdem kann man damit eine Verbesserung der Sprech- und Gesangsstimme erreichen.

Was vermittelt das Buch?
Dieses Praxisbuch der Terlusollogie vermittelt die Grundlagen und Übungen dafür, Körper, Geist und Seele dauerhaft in Harmonie zu halten.

Direktlink zum Verlag zu diesem Buch:
www.medizinverlage.de/detailseiten/9783830473022.html


 

Unsere Meinung:

Was heißt denn eigentlich „Terlusollogie“? Eine Antwort auf diese Frage erhält man schon auf den ersten Seiten. Es geht um das Zusammenwirken von Erde, Sonne und Mond (Terra, Luna und Sol) und deren Einflüsse auf den Menschen. Neugierig machte mich dieses Buch, weil ich in der Stimmbildung schon dem lunaren und dem solaren Atemtyp begegnet bin – eine Einteilung, die dieser Wissenschaft entspringt. Die Körperübungen, die nach dieser Theorie für meinen Atemtyp bestimmt waren, haben mir und meiner Stimme sehr gut getan.

Dieses Buch erklärt anschaulich und ausführlich, was es mit dieser Theorie auf sich hat und beinhaltet auch praktische Übungen.

Was mich persönlich ein bisschen gestört hat ist der mehrfach ausgesprochene Appell des Autors, dieser Theorie doch mehr Aufmerksamkeit und wissenschaftliche Erforschung angedeihen zu lassen. Ich denke, wer sich von dieser Lehre angesprochen fühlt, kann durchaus auf eine fundierte Erfahrungslehre zurückgreifen.

Ulrike Bastian

 

 

Volker Fintelmann / R.F. Weiss: Lehrbuch Phytotherapie

Fintelmann/Weiss: Lehrbuch Phytotherapie
12., überarb. Aufl. 2009 440 S., 134 Abb., 7 Tab., geb.
ISBN: 9783830454182;  EUR 89,95

Verlagsinfo:

 

Standardwerk der modernen Phytotherapie mit hohem praktischen Nutzwert: Synthese von heutigem Wissen, aktueller Forschung und über 60jähriger Erfahrung.

Aufgebaut nach 14 großen Krankheitsgruppen mit jeweils speziellen Indikationen, finden Sie darin eingestreut Pflanzenmonografien mit Hinweisen zu aktuellen pharmakologischen und klinischen Studien.

Ihr Plus:
Mit konkreten Therapiekonzepten, vor allem Teerezepturen und Fertigarzneimitteln, und therapeutischen Empfehlungen aus der langen persönlichen Erfahrung des Autors.

Neu in der 12. Auflage:

  • Vollständig aktualisierter Text
  • Neues Layout
  • Neue Studienergebnisse
  • Jetzt mit Fragen zur Selbstüberprüfung
  • Zahlreiche neue Farbfotos

Mit differenziertem Arzneimittel-, Heilpflanzen- und Sachverzeichnis


Unsere Meinung:

Das vorliegende Buch ist bereits ein altes Schätzchen - die erste Auflage erfolgte bereits 1944 als Vorlesung an der Akadmie in Berlin. Mittlerweile ist die 12. Auflage erschienen aus der Feder nur noch einer der beiden Autoren, weil der gute Herr Weiss bereits 1991 in hohem Alter verstarb.
Aktualisierungen sind unabdingbar aufgrund neuer Erkenntnisse über Wirkstoffe, neuer Zulassungen und neuer Fertigarzneimittel, die aufenommen werden sollten. Das ist absolut lobenswert, weil ansonsten der Gebrauchswert entsprechender Hinweise geschmälert oder gar hinfällig würde.

Was steckt nun drin in den über 400 Seiten Buch? Zunächst einmal 30 Seiten Grundlagen mit Definitionen und etwas Geschichte - gut für den Starter, Beiwerk für den erfahreneren Praktiker. Dann der Praxisteil, der ca. 90 % des Buches ausmacht und einen wirklichen Schatz beinhaltet. Er ist nach verschiedeinen Kriterien geordnet, was durchaus Sinn macht - sowohl nach Organsystemen als auch nach Zielgruppen (z.B. Kinder, alte Menschen), ergänzt durch den Bereich der onkologischen Erkrankungen. In den inneren Aufbau es Buches muss man sich als Leser dann erst enmal etwas hineinarbeiten . Das liegt in der Natur der Sache, wenn Autoren so viel umfangreiches Wissen zusammentragen. Denn das ist in der Tat so:
Jedes Kapitel startet mit einer kurzen, aber zur Orientirung hilfreichen Anmoderation. Dann erfolgt ein Überblick über die wichtigsten Mittel bei den wichtigsten Erkrankungen. Die vorgenommene Gewichtung vermittelt dem Praktiker rasch einen Wegweiser und kann auch als Reminder oder Anregung dienen. Dann werden die häufigen und wichtigen Krankheiten aufgeführt, jeweils mit einem Überblick über die typischen Heilpflanzen, Hinweisen zur Zubereitung, Rezeptur und - soweit vorhanden -  Fertigpräparaten.

Die Pflanzen werden mit Bebilderung in kurzer, aber ausreichender Form beschrieben. Für den Gernleser gibt es jeweils noch Literaturhinweise obendrauf, für den Lernenden zwischendurch Reflexionsfragen, für den Praktiker an vielen Stellen Warnhinweise zu Besonderheiten (z.B. Risiken oder wichtigen Wirkungsspezifika) und schließlich findet der historisch Interessierte noch eine kurzgehaltene kritische Bewertung einiger Weiss'scher Behandlungskonzepte.
Das mag sich nach buntem Sammelsurium anhören, es gelingt aber dennoch, das Buch "rund zu machen" - nicht zuletzt durch eine Indikationsübersicht nebst Pflanzenübersicht am Ende.

Ein paar gestalterische Änderungen würden die Übersichtlichkeit bestimmt noch erleichtern - aber in diesem Punkt bin gerne mehr als kritisch. Und nach einer Stunde des arbeitens mit dem Buch bin ich auch so wie es ist gut zurechtgekommen. Inhaltlich habe ich das Buch nicht umfänglich gecheckt (was bei so viel Stuff niemand übel nehmen wird); aber eine 12.Auflage in einem renommiertern Verlag garantiert schon fast von alleine eine saubere Faktenlage.

Fazit: Ein gutes Buch für eine breite Nutzergruppe. Klar, neunzig Euro nimmt man nicht mal eben aus der Portokasse, sondern vielleicht unter längerem Abwägen unter dem Kopfkissen her. Jedoch: dafür hat man ein wertvolles Werk in der Hand.

js


Heilpflanzenpraxis heute

Bäumler, S.

bei Elsevier / Urban & Fischer
2006.1.104 S., 217 farb. Abb., geb.
€ (D) 79,95 / € (A) 82,20 / sFr 123,-
ISBN 978-3-437-57270-8

Pflanzliche Arzneimittel werden immer bedeutender im Praxisalltag.
Alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen, vermitteln Ihnen dieses Werk!

  • Porträts von mehr als 300 Arzneipflanzen mit Informationen zu Botanik, Pharmakologie,  Anwendungsgebieten etc.
  • Phytotherapeutische Praxis: Zahlreiche Krankheitsbilder und ihre phytotherapeutische Behandlung mit  Differenzierung der einzusetzenden Wirkgruppen und Arzneipflanzen
  • Über 700 Rezepturen und zahlreiche Tabellarien zur indikationsorientierten Einzelrezeptur

Info und Direktorder: www.elsevier.de/978-3-437-57270-8

Das vorgestellte Buch bietet eine unglaubliche Fülle an sehr schnell zugänglichen Informationen. Erstklassige Bilder illustrieren sehr fundierte Texte. Diese umfassen neben einer allgemeinen Beschreibung die Dosierungen, die Inhalts- und Wirkstoffe, die Indikationen und Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Darreichungsformen. Schön ist die Ergänzung durch kurze Hinweise auf die Geschichte der vorgestellten Pflanzen. Berichte über Mythologie und Volksheilkunde ermöglichen hier nochmals einen ganz anderen Zugang zum Thema und machen das Buch zu einem umfassenden Nachschlagewerk, das sein Geld allemal wert ist. Wer mit Phytothearpie arbeiten möchte, findet in Bäumlers Handbuch einen sehr wertvollen Begleiter. (js)

Ergänzungsmittel der Biochemie nach Dr. Schüssler

Ergänzungsmittel der Biochemie nach Dr. Schüßler
Margit Müller-Frahling / Birte Kasperzik

Gebunden, 251Seiten, 6 Tabellen, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart 2008 26,90 Euro ISBN 978-3-7692-4620-9

Wenn auch nicht jede Neuerscheinung über Dr. Schüßlers Biochemie zu Begeisterungsstürmen Anlass gibt, ist doch die Fülle an neuer Literatur sehr erfreulich, zeigt sie doch stark gestiegenes Interesse an dieser über 130 Jahre alten und doch so aktuellen Heilweise. Durch die zahlreichen Veröffentlichungen finden viele Menschen zu den Schüßler-Salzen.

Über das Gebiet der Ergänzungsmittel (Nr. 13 bis 27), die erst nach dem Tod von Dr. Schüßler in seine Heilweise eingeführt wurden, gab es bisher kaum ausführliche deutschsprachige Literatur.
Sozusagen als Fortsetzung ihres ausführlichen Handbuchs „Biochemie nach Dr. Schüßler“ (vgl. WzG 2007  Heft 4 Seite 108) legen nun die beiden Autorinnen dieses Handbuch über die Ergänzungsmittel vor.
Nach einer ausführlichen Schilderung, wie Dr. Schüßler seine Biochemie entwickelte, folgen Überlegungen, ob und warum diese Biochemie erweitert werden sollte, sowie ausführliche Erörterungen, wie man sich die Wirkung der Schüßler-Salze erklären könnte.
Die sehr umfangreichen Angaben im Abschnitt über Geschichte und Entwicklung der Ergänzungsmittel lassen auf sehr gute Literaturkenntnisse schließen und  machen diesen Teil zu einer nützlichen Fundgrube.

Den Hauptteil bildet die umfangreiche Beschreibung jedes Ergänzungsmittels mit ausführlicher Schilderung der geschichtlichen Entwicklung und des Wirkungsbereichs. Sehr hilfreich ist die Nennung von Basis-Salzen (Nr. 1 - 12), die mit dem jeweiligen Ergänzungsmittel für die verschiedenen Wirkungsbereiche gut kombinierbar sind. Informative Fallbeispiele runden die Beschreibung ab.
Es folgt ein umfangreiches Tabellenwerk, welches zu einer großen Zahl von Indikationen (Symptomen), geordnet nach Organsystemen, die zutreffenden Ergänzungsmittel nennt.
Den Abschluss bildet ein sehr reichhaltiges Literaturverzeichnis.
Dieses grundlegende Buch über die Ergänzungsmittel wird sicher von allen Menschen lebhaft begrüßt werden, die sich ernsthaft mit diesen neueren Mitteln befassen.

Hartwig Egger (Fachbeirat im Vorstand des Biochemischen Bundes)

 

Eyal Lederman: Die Praxis der manuellen Therapie

Die Praxis der manuellen Therapie
Physiologie, Neurologie und Psychologie
ISBN: 978-3-437-57940-0;  2007;  376 Seiten, gebunden;  59,95 Euro

Verlagsinfo:

Dargestellt werden die wichtigsten physiologischen Zusammenhänge, die für alle manuellen Therapieverfahren gelten. Sie erfahren, wie sie wirken und welche Techniken für welche Körperzustände am besten geeignet sind. Darüber hinaus: Behandlungsstrategien für eine Vielzahl von Krankheitsbildern, die in der manualtherapeutischen Praxis vorkommen.

Direktlink: http://shop.elsevier.de/artikel/1082106

 


Unsere Meinung:

Dieses praxisorientierte Buch liefert eine bemerkenswerte Übersicht über verschiedenste Aspekte der manuellen Therapie. Die Darstellung der Wirkungsweise der manuellen Therapie wird im Hinblick auf drei große Bereiche vorgenommen. Und zwar wird in die Bereiche des Gewebes, des Nervensystems und der Psyche gegliedert und dessen Zusammenhänge durch zahlreiche Zeichnungen und Tabellen anschaulich dargestellt. Sehr detailliert geht der Autor in die Beschreibung der unterschiedlichen Funktionsweisen und Eigenschaften verschiedener Körperstrukturen sowie deren Dysfunktionen und ermöglicht dadurch ein tiefes Eintauchen in dieses komplexe Thema.

Für die unterschiedlichen neuromuskulären Dysfunktionen werden geeignete Vorgehensweisen erläutert, und die Wichtigkeit für den Heilungsprozess herausgestellt, welche die Anleitung des Patienten zur Eigenaktivität darstellt.

Ein alles in allem empfehlenswertes Buch für all diejenigen, die sich vertieft mit der komplexen Physiologie und Pathophysiologie von Bindegewebe, Muskeln und Nerven befassen und die Wirkungsweise verschiedener manueller Techniken kennen lernen bzw. ihre manualtherapeutischen Strategien überprüfen, optimieren und bestmöglich in die Praxis umsetzen wollen.

HP Britta Hammen, Münster

E.Hebgen: Checkliste Viszerale Osteopathie

E. Hebgen: Checkliste Viszerale Osteopathie

Hippokrates Verlag; Stuttgart 2008;  359 S., 150 Abb.,
ISBN: 9783830454076  59,95  Euro

Verlagsinfo:
Das konkrete therapeutische Vorgehen in der viszeralen Osteopathie für Krankheitsbilder von A-Z. Mit praxisrelevanten Techniken für 100 Indikationen.

Ausgangsstellung, Vorgehen und Behandlung der Techniken werden Ihnen gut strukturiert gezeigt und durch Fotos veranschaulicht. Jedem Organ sind Osteopathische Ketten zugeordnet, die die wichtigen anatomischen Verknüpfungen erläutern. Die Zusammenhänge von Funktion und Dysfunktion werden Ihnen ausführlich beschrieben.

Die Checkliste gliedert sich in 5 farbige Teilbereich

  • Geschichte, Studien und anatomische Grundlagen
  • Diagnostik und Techniken
  • Indikationen
  • Leitsymptome und Kontraindikationen

Anhang mit Literaturhinweisen, Glossar usw.

Weitere Infos, Leseprobe und Gliederung unter: www.medizinverlage.de/detailseiten/9783830454076.htm



Unsere Beurteilung:

Wenn man das Buch in der Hand hält, wird erst einmal ein ganz praktischer Gedanke erweckt: Für mich persönlich ist das Buch in einem guten handlichen Format gehalten. Der Kunststoffeinband, die farbigen Fotos und Darstellungen hinterlassen einen stabilen und hochwertigen Eindruck.

Inhaltlich ist das Werk klar strukturiert, enthält konkrete Therapieanleitungen für häufige Indikationen und eine "Bewertung" der Techniken nach Praxisrelevanz.

Insgesamt wurde der Aufbau auf die schnelle Information ausgerichtet und somit eignet es sich weniger als Lehrbuch. Dies habe ich von einem Buch, das als Checkliste firmiert, auch nicht erwartet.

Vielmehr wird es dem viszeralen Therapeuten ein idealer Begleiter zum Nachschlagen und Mitnehmen sein. Durch die gute Aufteilung von Anatomie, Technik, Indikationen und Kontraindikationen lassen sich Themen schnell erfassen und vertiefen.

Als einzige Ergänzung würde ich mir noch einen Hinweise auf die Mobilität und die Motilität der Organe wünschen. Das würde das Ganze aus meiner Sicht  perfekt machen.

Annett Kné

Theon Moerbeek: Backonomics

Theon Moerbeek

Backonomics® - Rückenschonung im Alltag
2. Aufl.2007; 214 S., zahlreiche Abb., gebunden / ISBN: 978 300 0199806
19,95 Euro /   www.backonomics.com

Deckeltext:

Backonomics® ist ein praktisches und unterhaltsames Lese- und Übungsbuch für alle, die ihren Rückenproblemen den Garaus machen, oder erst gar keine bekommen möchten.

Theon Moerbeek zeigt wie sich Schmerz vermeiden lässt, wenn man erst einmal weiß, wie’s einfacher geht. Sie finden hier von A wie Abwasch bis Z wie Ziehen alles aus dem Alltag. Die gut verständliche Theorie wird ergänzt durch zahlreiche Illustrationen.


Unsere Meinung: 

Vor Jahren habe ich zufällig in einem kleinen Bergdörfchen in Südfrankreich den in Deutschland arbeitenden und lebenden holländischen Autor kennengelernt. Er berichtete von einem Buchvorhaben, was die Rückenschonung im Alltag zum Gegenstand haben solle. Als jemand, der beharrlich mit Wirbelsäulenproblemen laboriert, hat mich die Idee nicht mehr losgelassen und etliche Hufeland-SchülerInnen zu der Spekulation  bewegt, ob es (gespielte) Coolness oder Lockerheit sei, die Tafel im Unterricht stets mit einem flotten Hackenschwung nach hinten zu heben. Nein, es war die Anregung durch Theon  Moerbeek. 

Jetzt traf ich ihn genau dort in der französischen Diaspora wieder, fragte ihn nach jenem Vorhaben und wurde gewahr, das kein Verlag das Buch publizieren wollte, er es aber selber gemacht habe. Und letzters ist gut so: 

Das Werk des Physiotherapeuten und angehenden Osteopathen Moerbeek ist etwas, was es bislang so nicht gibt. In Fragmenten irgendwelcher Ratgeber findet man den einen oder anderen Tipp, wie man was heben oder sich bewegen solle. Dieses Buch aber zeigt umfänglich auf, wie Be- und Entlastung funktioniert und macht es an zahlreichen Beispielen deutlich. Somit hält man kein Physiologiebuch in der Hand, sondern einen einfachen, aber gerade dadurch wertvollen Ratgeber für den Alltag.
Etliche Zeichnungen verdeutlichen die Zusammenhänge in gelungener Weise.

Genau an diesem Punkt jedoch greift auch eine Kritik an der Veröffentlichung: die Illustrationen, Piktogramme und schematischen Abbldungen sind grafisch recht unterschiedlich - und ärgert einen Stilasketen, wie ich er manchmal in mir hochkommt.  Hier kommt aber sicher auch zum Tragen, dass ein Selbstverlag Grenzen in der Gestaltung setzt.

Fazit: wer selber von Problemen der Wirbelsäule betroffen ist, wird dankbar sein für diese reichlich bebilderte Sammlung an Tipps. Wer als TherapeutIn arbeitet, wird vielleicht zunächst sagen "Kenn ich doch alles", dann aber froh sein, dass es jemanden gibt, der bestehende Erkenntnisse so praxisnah (und somit als Tipps für unzählige Patienten) zusammengefasst und inhaltlich hinterlegt hat.  Vor diesem Hintergrund sind die knappen 20 Euro für das gebundene Buch gut investiert.

(js)

Auszüge (per Klick zu vergrößern):

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