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Informationen zur Antlitz-Diagnose
Antlitzdiagnose heißt Gesichter lesen
Seit Jahrtausenden versuchen Menschen aus dem Äußeren eines Menschen auf das unsichtbare Innere zu schließen. Die ersten Zeugnisse hierfür kommen aus China, wo die Kunst, Krankheit aus dem Gesicht zu erkennen, Siang Mien genannt wurde, was übersetzt etwa „Gesichterlesen“ bedeutet. Es war ein geheimes Wissen und die großen Meister des Siang Mien gaben ihre Kenntnisse stets nur an wenige Schüler und auch nur mündlich weiter. Aber auch in unserem Kulturkreis hat Antlitzdiagnose eine lange Tradition. Bedeutende Ärzte der Antike wie Hippokrates und des Mittelalters wie Paracelsus haben Erkrankungen unter anderem aus den Gesichtern ihrer Patienten gelesen. In der neueren Zeit schufen unter anderem H.-D. Bach, W. Castrian, N. Ferronato, F.G. Fleck, C. Huter und Dr. Markgraf umfassende Diagnosemodelle.
Allen diesen Diagnosemodellen ist gemeinsam, dass Falten, Schwellungen, Blässe, Rötungen und andere Hautverfärbungen zwar auch als Alterserscheinungen gesehen werden, aber vor allem ganz konkrete Hinweise auf körperliche Beschwerden und innere Erkrankungen, seelische Stimmungen, psychische Prozesse und die Persönlichkeit eines Menschen geben und darüber hinaus sogar eine prophylaktische Einschätzung von zu erwartenden Erkrankungen ermöglichen, bevor sich organische Krankheitssymptome manifestieren.
Die Zonen des Gesichts stehen mit inneren Organen und Befindlichkeiten in Zusammenhang:
Die Falten der Stirn spiegeln die geistigen, seelischen und materiellen Aktivitäten eines Menschen wieder und zeigen den Grad seiner Anspannung.
Die Augen verraten sowohl viel über die Intelligenz, den Wachheitsgrad und die momentanen Gefühle eines Menschen, als auch viel über den Gesundheitszustand.
Die Augenbrauen weisen auf den Hormonspiegel hin. Dünne Augenbrauen können ein Hinweis auf Hormonmangel sein. Voluminöse Augenbrauen sind Ausdruck von Vitalität.
Die Augenlider zeigen sehr deutlich die Nervenkraft. Besonders gut ist die nervliche Belastung an eingefallenen Oberlidern zu erkennen. Schwellungen der Oberlider stehen abends in Zusammenhang mit der Herzleistung, morgens mit der Nierenleistung. Auch Schwellungen der Unterlider haben Bezug zur Niere, treten allerdings auch in Verbindung mit Allergien auf.
Ebenso besteht eine starke Verbindung zwischen Ohren und Nieren. Darüber hinaus verraten die Ohren viel über die Persönlichkeit eines Menschen.
An den Schläfen ist zu erkennen, wie viel Substanz dem Organismus derzeit zur Verfügung steht. Volle Schläfen zeigen ein gutes Regenerationsvermögen, bei eingefallenen Schläfen erfolgt Erholung nur langsam und bedarf größerer Unterstützung.
Die obere Wangenpartie gibt Hinweise bezüglich der Herzkraft, die untere Wangenpartie bezüglich der Verdauung.
Die Nase eines Menschen gibt eine Vielzahl von Informationen über unterschiedliche Erkrankungen. Die Nasenwurzel steht in Zusammenhang mit der Halswirbelsäule, der Nasenrücken spiegelt das vegetative Nervensystem und die Nasenflügel sind Projektionsflächen der Atemwege. Während die Nasenspitze und auch die Nasolabialfalte auf Magen und Herz hinweisen.
Volumen und Farbe der Lippen erlauben Rückschlüsse auf Dünn- und Dickdarm und verraten, ob ein Mensch sich gönnt, seine Gefühle und Wünsche auszuleben.
Unser Kinn gibt konkrete Hinweise auf den Unterleib, Lendenwirbelsäule, Uterus, Prostata und Colon und bringt unsere Willensstärke zum Ausdruck.
Dieses Übersichtsschema ermöglicht einen groben Überblick, welche Zonen des Gesichts mit welchen inneren Organen und Befindlichkeiten in Zusammenhang stehen.
Auch die Hautfarbe gibt wichtige Informationen. Blässe und auch nur blasse Hautzonen weisen auf eine Mangeldurchblutung hin. Während sich hinter Rötungen eine Hyperämie, ein Stau oder eine Entzündung verbergen kann. Gelbliche und bräunliche Hautverfärbungen - besonders um Augen und Mund herum - sind häufig Ausdruck einer Leberbelastung. Gräuliche und grünliche Hautverfärbungen sind meistens Zeichen einer Nierenschwäche. Bläuliche und schwärzliche Verfärbungen der Augenpartie sind ein Hinweis auf Erschöpfung.
Leider ist Antlitzdiagnose nur eine Hinweisdiagnose. Deswegen ist es unerlässlich, die Antlitzdiagnose durch eine Irisdiagnose, ein eingehendes Gespräch, eine klinischen Untersuchung, Laborwerte und mögliche andere Diagnoseverfahren zu ergänzen, um nicht nur eine auf die Symptome bezogene Diagnose sondern eine wirklich hollistische Diagnose eine zu stellen. In diese Diagnose sollten gleichermaßen möglichst fundierte Kenntnisse, alle verfügbaren Erfahrungen und eine ganze „Prise“ Intuition mit einfließen.
Literatur zum Thema:
- Bach, H.-D. (1996). Sprechende Gesichter. Bio Ritter
- Bach, H.-D. (2005). Äußere Kennzeichen innerer Erkrankungen. Bio Ritter
- Bach, H.-D. (2007). Krankheit und Zunge. Bio Ritter
- Bridges, L. (2005). Gesichtsdiagnose in der chinesischen Medizin. Urban & Fischer
- Castrian, W. (2004). Lehrbuch der Patho-Physiognomik. Antlitzdiagnose für die Praxis. Haug
- Ferronato, N. (1992). Pathophysiognomik. Kürbisverlag
- Fleck, F.G. (1973). Atlas der Pathophysiognomik. Kattwiga
- Markgraf, A. (1993). Die genetischen Informationen in der visuellen Diagnostik. Band 1-8. Energetik-Verlag
- Tepperwein, K. (1993). Pathophysiognomik. mvg
Autorin dieses Beitrages
Renate Droste, Jahrgang 1960, studierte Psychologie. Nach langen Jahren psychotherapeutischer Tätigkeit arbeitet sie seit 1987 mit einem multimodalen Konzept aus Antlitz- und Irisdiagnose, Akupunktur, Homöopathie und Psychotherapie. Seit 1999 leitet sie den Arbeitskreis Psychotherapie im BDH und hat sich mit Fachpublikationen und Fachvorträgen zu Burnout, Borderline-Syndrom, Wege aus der Sucht, Männertherapie und zuletzt Antlitzdiagnose einen Namen gemacht.


